150 deutsche Marken haben es vorgemacht und kurzfristig ihren Slogan geändert, um zum Impfen aufzurufen. Unter dem Hashtag #ZusammengegenCorona werben sie für die Impfung (persoenlich.com berichtete). Nach anfänglicher Skepsis ziehen nun immer mehr Schweizer Marken mit. Schweiz Tourismus, Bank Cler, ganz viele Kreativagenturen – und stündlich werden es mehr. Warum tun sie das? Ganz einfach: Weil es sich für sie und die Schweiz lohnt.
Sichtbarkeit und Imagebooster
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Die Teilnahme gibt ihnen Sichtbarkeit & Interaktion fast gratis – da die Kampagne grösstenteils in sozialen Medien läuft.
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Ihr Unternehmensimage wird positiv beeinflusst bei all denen, die sich schon für eine Impfung entschieden haben – sowohl bei Kunden als auch Potenzialkunden. Verantwortung (statt nur «Eigenverantwortung»), Teamgeist («zusammen»), Fürsorglichkeit («we care»), Vorausschauen, Innovation und Klugheit sind Themen, die man stärker mit ihnen assoziieren könnte. Dies liesse sich messen.
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Bisherige Skeptiker werden nachdenklich, wenn sich ihre Lieblingsmarke zur Impfung bekennt – und wenn es viele sind, umso mehr («warum machen die das?»). Und entscheiden sich vielleicht doch noch um, wenn sie merken, dass sie in der Minderheit sind.
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Kunden identifizieren sich stärker, fühlen sich umsorgt und beschützt. Sie werden weniger krank und können mehr konsumieren.
Leistungsfähige Mitarbeiter und starke Employer Brand
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Geimpfte Mitarbeiter erkranken weniger, fallen daher weniger akut aus, erkranken weniger an Long Covid und bleiben leistungsfähig – eigentlich ein No-Brainer.
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Der Aufruf macht geimpfte Mitarbeiter stolz auf ihre Firma, ihre Employer Brand, sofern diese auch intern fürsorglich ist. Dies wirkt auch auf impfskeptische Mitarbeiter, wenn sie sich mit der Firma identifizieren.
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Der Arbeitsmarkt ist in der Schweiz angespannt. So lassen sich Mitarbeiter leichter rekrutieren, die sich am Arbeitsplatz sicher fühlen wollen.
Und was ist mit Marken, die bei der Kampagne nicht mitmachen – wie die Migros oder Mc Donald's Schweiz?
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Wichtig ist, dass eine Marke Position bezieht. Das Thema Impfen ist nicht politisch, sondern politisiert. Die Impfempfehlung ist zutiefst menschlich, sie schützt alle und alle profitieren. Eine Marke, die jedem gefallen will, gefällt am Ende niemandem. Marken wie Nespresso und McDonald's, die in Deutschland Teil der Kampagne sind, aber in der Schweiz nicht, verwirren doch eher, denn das Virus ist überall gleich bedrohlich.
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Die Sorge vor einem Markenboykott ist umso weniger begründet, je mehr Marken mitmachen. Die Zahl der Neukunden, die sich vom Impfaufruf angesprochen fühlen, wird höher sein als jene, die ihre Marke deswegen ignorieren. Das liegt schon allein am höheren Prozentsatz der Geimpften.
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Übergeordnete Stellen wie das Seco, der Arbeitgeberverband und Economiesuisse täten gut daran, ihren Mitgliedsfirmen eine Teilnahme zu empfehlen. Denn die Schweiz wird mit jeder einzelnen Impfung ein sichererer Ort, an dem Menschen gesünder bleiben und auch mehr konsumiert wird. Zudem stärkt es das Sicherheitsimage der Schweiz im Ausland.
Zusammenfassend kann man festhalten: Der Impfaufruf bietet unmittelbare Vorteile für die eigene Marke und das Land ohne grosse Investition, ein Traum!
Christine Wichert ist Geschäftsführerin der Logibrand GmbH, strategischer Markenberatung aus dem Kanton St. Gallen und Dozentin für Markenführung an der Hochschule Luzern.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.
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10.12.2021 15:51 Uhr




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#ZusammenGegenCorona: Vorteile für die Marke und das Land