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Weitere Fusion auf dem Schweizer Zeitungsmarkt?

Peter Lesch

Schon seit längerem ist bekannt, dass Markus Somm ein politisch rechts gerichtetes Onlinemagazin auf den Markt bringen will. Er zeigt Interesse am Nebelpalter und ist im Gespräch mit dem heutigen Besitzer, der Bereitschaft zum Verkauf signalisiert hat (persoenlich.com berichtete). Somm kauft damit nicht nur das 145-jährige Schweizer Satiremagazin, er kauft auch 165'000 Leserinnen und Leser. Wie weit diese dem geplanten Magazin die Treue halten, wird sich zeigen. Als ehemaliger Chefredaktor und Verleger der Basler Zeitung ist er mit dem Thema bestens vertraut.

Was bei solchen Deals immer interessiert, ist der Verkaufspreis, darum wird darüber auch immer Stillschweigen vereinbart. Was zu wilden Spekulationen führt. In diesem Falle erst recht, denn die Frage ist erlaubt, warum es für den Kauf des Nebelspalters zwei Zuger Milliardäre braucht. Sollen weitere Titel ins Boot geholt werden? Die NZZ, die ihre Redaktion so weit abgebaut hat, dass sie Artikel der Weltwoche publizieren muss?

Oder ist das nur ein schlauer Schachzug, weil sie damit jemanden gefunden hat, der das schreibt, was sie denkt, es aber nicht selber schreiben will? Zugegeben, das ist reine Spekulation. 

Auch eine Spekulation, aber eine sehr reizvolle, wäre eine Fusion von Nebelspalter und Weltwoche. Wobei sich hier ein Name geradezu aufdrängt: Die Nebelwoche. Als Chefredaktor wäre Ulrich Schlüer eine naheliegende Lösung. Mit der Fusion würde das Magazin zu einem ernsthaften Player auf dem Markt. Dank den potenten Investoren im Rücken könnten die beiden Besitzer getrost in die Zukunft blicken. Und sollte die erstmalige Beglaubigung der Auflage nicht mit dem Businessplan übereinstimmen, könnten sie ja immer noch eine Nachzählung verlangen.


Peter Lesch ist langjähriger Werber und Inhaber der Agentur Lesch + Frei.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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Kommentare

  • Karl Wild, 02.12.2020 10:03 Uhr
    Selten einen derartigen Quatsch gelesen.
  • Ueli Custer, 02.12.2020 07:16 Uhr
    Herrlich, danke!
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