BLOG

Zurück zu den Wurzeln

Christian Beck

Am Samstag flimmerte zum ersten Mal «Zäme dihei» über die Schweizer Bildschirme. SRF programmierte diese Sendung als Ersatz für die Tanzshow «Darf ich bitten?» (persoenlich.com berichtete). Obwohl «Zäme dihei» mit einfachsten Mitteln produziert wurde, überzeugte das Konzept. Wir erleben hier gerade mit, das weniger auch mehr sein kann – vielleicht auch künftig. SRF hat aus der Not eine Tugend gemacht.

Das Konzept von «Zäme dihei» wurde innert kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Gesendet wurde aus einem Studio in Zürich, das Dekor wurde einem Wohnzimmer nachempfunden. Aus der Stube in die Stube sozusagen. Mit minimalstem technischen Aufwand und ohne Livepublikum. Nik Hartmann und Marco Thomann führten durch die Sendung und schalteten per Handy in die Stuben von mehr oder weniger bekannten Schweizerinnen und Schweizer. Erstaunlicherweise funktionierte dies technisch relativ gut – wenn auch teils mit kleineren Ton- und Bildstörungen.

Bildschirmfoto 2020-03-24 um 11.39.47

Beim Publikum kam dies an. «Zäme dihei» erreichte immerhin 636'000 Zuschauer und einen Marktanteil von 30,7 Prozent. Auch bei der werberelevanten Zielgruppe der 15- bis 59-Jährigen überzeugte das Konzept: 319'000 Personen schalteten ein, dies entspricht einem Marktanteil von 28 Prozent. Das ist mehr als passabel. Die Kommentare in den sozialen Medien waren fast ausnahmslos positiv. «Coole Sendung», so der häufig gelesene Tenor.

Auch diesen Samstag heisst es wieder «Zäme dihei» – diesmal mit Mona Vetsch und Marco Thomann. Beide laden ein zum gemütlichen virtuellen Lagerfeuer, «einfach ohne Cervelat» (Zitat Thomann). Die Schlichtheit der Sendung hat mich überzeugt. Und an den eingespielten Studioapplaus könnte man sich tatsächlich gewöhnen. Liebes SRF, so spart man Gebührengelder. Bitte mehr davon. Auch nach der Coronakrise könnte weniger mehr sein.



Christian Beck ist Redaktor bei persoenlich.com.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Die neuesten Blogs

Zum Seitenanfang20200401