31.10.2018

Namics

«Wir wollen Gewinner im digitalen Wandel schaffen»

Namics wird Teil von Merkle und operiert zukünftig unter dem Namen «Namics – a Merkle Company». CEO Bernd Schopp sagt im persoenlich.com-Interview, was dieser Schritt für die Kunden, Mitarbeiter und die Schweizer Standorte bedeutet.
Namics: «Wir wollen Gewinner im digitalen Wandel schaffen»
«Unseren Kunden steht in Kürze das Digital- und Daten-Know-how von über 2000 Experten in Europa zur Verfügung», sagt Namics-CEO Bernd Schopp. (Bild: zVg.)

Herr Schopp, Namics schliesst sich mit der Dentsu-Tochter Merkle zusammen (persoenlich.com berichtete). Wann verschwindet der Name «Namics»?
Namics verschwindet nicht, Namics wird sogar noch präsenter. Als «Namics – a Merkle Company» können wir unseren Kunden in der Schweiz und in Deutschland völlig neue Möglichkeiten bieten. Gerade in den Disziplinen Data-Driven-Marketing, Analytics und CRM greifen wir nun dank Merkle auf ein breites Know-how zurück. Kombiniert mit unserem Customer-Experience-Wissen bieten wir unseren Kunden nun ein noch grösseres Digitalangebot, das in der Schweiz seinesgleichen sucht. Was ebenfalls nicht verschwindet, ist unsere aussergewöhnliche Kultur. Sie zeichnet sich auch weiterhin durch Mut, Vielfalt und Respekt aus – also genau die Werte, mit denen sich auch Merkle identifiziert. Das war uns bei der Auswahl eines Partners extrem wichtig. Aus dem Grund freut uns diese Entwicklung – und macht uns stolz.

Ging es Namics derart schlecht, dass die Namics-Partner 100 Prozent der Unternehmensanteile an das Dentsu Aegis Network verkaufen mussten?
Im Gegenteil: Im letzten Geschäftsjahr hatten wir mit einem konsolidierten Erlös von 67 Millionen Franken ein Rekordjahr. Als Partner haben wir uns vielmehr die Frage gestellt, ob wir unsere strategischen Ziele in der Schweiz und in Deutschland mit organischem Wachstum erreichen können. Schnell war klar, dass das nur mit einem starken Partner funktioniert. Nur so können wir unsere Fähigkeiten erweitern und die künftigen Digitalpotenziale unserer Kunden realisieren. In einem strukturierten Prozess, nach langen Recherchen, Überlegungen und in vielen Gesprächen haben wir mit Merkle den idealen Partner gefunden – sowohl in Hinblick auf unser Angebot, die geographische Ergänzung als auch auf den kulturellen Fit.

«Wir sind überzeugt, dass auch unsere Mitarbeiter Gewinner dieses Schrittes sind»

Wer ist hier der grössere Gewinner: Merkle oder Namics?
Die Frage ist einfach zu beantworten: unsere Kunden! Ihnen steht in Kürze das Digital- und Daten-Know-how von über 2000 Experten in Europa zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Dentsu-Aegis-Netzwerk weitere Möglichkeiten, auf Experten unterschiedlichster Disziplinen zurückzugreifen. Mit vereinten Kräften können wir so unsere Kunden noch besser dabei unterstützen, ihre transformativen Herausforderungen zu meistern und datengetriebene, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wir sind überzeugt, dass auch unsere Mitarbeiter Gewinner dieses Schrittes sind, da sich für sie neue Perspektiven eröffnen und Entwicklungsmöglichkeiten entstehen, die über das hinausgehen, was wir bis anhin aus eigener Kraft bieten konnten.

Was bedeutet dieser Deal für das Personal? Kommt es zu Entlassungen?
Alle 550 Digital-Experten werden übernommen und es kommt zu weiterem Wachstum und damit zu weiteren Einstellungen – teilweise auch in neuen Kompetenzen wie Data Science. Wir sind ein Professional-Service-Unternehmen, das Wachstum durch mehr Spezialisten realisiert. Auch deshalb ist jeder unserer Standorte heute schon auf weiteres Wachstum ausgelegt, zum Beispiel in den Bereichen Digital Marketing und CRM. Auch Organisatorisch ändert sich nichts für unsere Mitarbeiter. Nur für mich: Ich bekomme mit Michael Komasinski einen neuen Coach – jeder bei Namics hat einen; er dient der persönlichen und inhaltlichen Weiterentwicklung. Als EMEA-President von Merkle ist er für uns verantwortlich und daher an einem engen Austausch auf Augenhöhe interessiert.

Was wird Ihre Rolle sein künftig?
Meine Rolle bleibt die gleiche – übrigens auch die, der anderen Geschäftsleitungsmitglieder.

Sie erwähnten die Standorte. Was passiert mit den Schweizer Standorten St. Gallen und Zürich?
Alle sechs Standorte bleiben bestehen. Das Interesse von Merkle war und ist der Zugang zum Schweizer und Deutschen Markt. Das war also nicht nur Bedingung von uns, sondern auch von Merkle ein ausdrücklicher Wunsch.

«Ein erster Schritt ist der gemeinsame Aufbau eines weiteren Standortes in Europa»

In einer Mitteilung hiess es, die europäische Präsenz solle ausgebaut werden. Was haben Sie vor?
Ein geplanter erster Schritt ist der gemeinsame Aufbau eines weiteren Standortes in Europa. Ziel ist es, in anderen europäischen Ländern die Experten zu finden, die es in der Schweiz und Deutschland gar nicht oder nur selten gibt. Zum Beispiel Frontend- und Backend-Spezialisten sowie weitere erfahrene Customer Experience Designer.  

Und wohin führt die Reise?
Das Reiseziel hat sich nicht geändert: Wir wollen Gewinner im digitalen Wandel schaffen. Durch Merkle haben wir nun einen starken Partner vor allem im Bereich Digital Marketing, CRM und Data Science. Die Expertisen brauchen wir, um die Customer Journey der Kunden unserer Kunden wirklich übergreifend zu vernetzen. Darüber hinaus eröffnen wir für unsere Mitarbeiter neue Perspektiven, die uns gemeinsam noch viel Freude bereiten werden – davon bin ich überzeugt.

 

 


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