27.03.2021

Serie zum Coronavirus

«Kaffeekonsum ist in der Pandemie gestiegen»

Emanuel Probst, CEO von Jura, kann Homeoffice auch gute Seiten abgewinnen. Wie er in Folge 166 unserer Serie sagt, freut er sich auf die Begegnungen mit Roger Federer.
Serie zum Coronavirus: «Kaffeekonsum ist in der Pandemie gestiegen»
Hat eine gute Beziehung zu Roger Federer: Emanuel Probst, CEO von Jura (links) (Bilder: Jura)
von Matthias Ackeret

Herr Probst, Sie haben am Donnerstag die Bilanzpressekonferenz digital gemacht. Was ist für Sie selber anders als in «normalen» Jahren?
Es ist im Moment die einzige Möglichkeit, mit unseren Pressepartnern in Kontakt zu bleiben. Ich freue mich aber sehr darauf, künftige Veranstaltungen wieder physisch durchzuführen. Eine Videokonferenz ersetzt nie die persönliche Interaktion oder das Erleben, beispielsweise neuer Produkte. Dennoch lernen wir aber, neue Formate zu entwickeln, bei denen wir eine Medieninformation wie die heutige durch zusätzliche Liveübertragung einer breiteren Gruppe zugänglich machen.

Jura kann erneut einen guten Geschäftsabschluss vorweisen (persoenlich.com berichtete). Liegt dies an der Pandemie?
Die Pandemie hat dazu geführt, dass wir viel mehr Zeit in unseren eigenen vier Wänden verbringen. Entsprechend ist es uns ein Anliegen, unser Daheim möglichst schön und bequem einzurichten. Guter Kaffee und vielfältige Kaffeespezialitäten haben dabei eine sehr hohe Priorität. Das hat dazu geführt, dass die Nachfrage für Haushaltsvollautomaten 2020 verstärkt zugenommen hat.

Haben sich die Kundenbedürfnisse wegen Corona stark verändert?
Der Kaffeekonsum ist insgesamt gestiegen. Der Deutsche Kaffeeverband beziffert das Plus auf 3 Prozent in den Monaten März und April 2020 vs. 2019. Die Verwendung von Vollautomaten ist sogar um 10 Prozent gestiegen. Das hat zu einer Wachstumsbeschleunigung im Haushaltsbereich geführt.

«Wir stellen eine starke Bewegung zu Premiumgeräten fest»

Welche Kaffeemaschinen liegen momentan im Trend?
Wir stellen eine starke Bewegung zu Premiumgeräten fest. Ebenfalls werden «Full Size»-Maschinen vermehrt nachgefragt, weil zu Hause mehr Kaffee von mehr Personen genossen wird. Der Wunsch nach Spezialitätenvielfalt, namentlich mit Milch und Milchschaum, wächst ebenfalls stark. Ob es uns gelingt, mit unserer neuen «Z10», die zusätzlich zu heissen neu auch Cold-Brew-Spezialitäten auf Knopfdruck zubereitet, den gleichen Trend zu setzen wie mit der ersten One-Touch-Cappuccino-Maschine im Jahr 2004, wird sich erst in ein paar Monaten zeigen. Wir sind aber vom Potenzial überzeugt und glauben, mit der «Z10» eine neue Gattung von Vollautomaten schaffen zu können.

Was war für Sie in diesem Jahr die grösste Herausforderung?
Einerseits sehen wir uns mit massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen und Elektronikkomponenten konfrontiert. Dazu kommt eine entsprechende Knappheit dieser Güter. Andererseits ist es die weltweite Logistik. Derzeit herrschen bei der Containerkapazität enorme Engpässe. Das stellt uns vor grosse Herausforderungen, wichtige Märkte wie die USA oder Australien aus der Schweiz und aus Europa zu beliefern. Vor Ort herrscht oft Kapazitätsmangel beim Löschen von Containerladungen und der Verteilung durch die USA. Die Trucking Industry ist durch die Pandemie stark reduziert.

Was bedeutet das Comeback von Roger Federer für Sie?
Wir setzen Roger Federer weltweit als Markenbotschafter ein. Selbstverständlich freuen wir uns sehr, ihn wieder aktiv auf dem Court zu sehen und sein virtuoses Spiel geniessen zu dürfen.

Planen Sie besondere Aktionen mit ihm?
Unsere Pläne für 2021 sind noch nicht finalisiert. Vieles hängt davon ab, wann und wie die Pandemie gemeistert wird. Wir hoffen aber sehr, gegen Ende Jahr wieder eine Veranstaltung mit Roger in Niederbuchsiten durchführen zu können.

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Haben Sie regelmässig Kontakt zu ihm?

Ja. In den mittlerweile fast 15 Jahren Partnerschaft haben wir eine sehr gute persönliche Beziehung mit ihm aufbauen dürfen. Treffen mit Roger sind spannend und inspirierend zugleich. Es macht Freude, mit ihm Zeit zu verbringen, und es ist schön, zu sehen, wie gross sein Interesse an Jura ist. Bemerkenswert ist auch sein Gespür für Produktinnovationen und sein sicheres Urteil in Fragen des Designs.

Was war für Sie persönlich das prägendste Erlebnis der letzten Monate?
Die Ungewissheit, welche die Lockdowns mit sich gebracht haben. Wir wurden mit einer Situation konfrontiert, mit der niemand gerechnet hätte. Gleichzeitig erfüllt es mich mit Freude, wenn ich das grosse Engagement der Märkte spüre und sehe, wie schnell sie sich auf die komplett veränderten Voraussetzungen eingestellt haben, sich ihnen stellen, sie aktiv angehen und dabei sehr erfolgreich sind.



Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com regelmässig eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier.



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