03.02.2019

Peer Teuwsen

Michael Elseners «Late Update» kritisiert

«Es ist zum Fremdschämen», beurteilt der Journalist das SRF-Satireformat. Peer Teuwsen sieht in der Sendung den Beweis, dass die Schweizer keine Satire können. Für seinen Beitrag in der «NZZ am Sonntag» erntet er Twitter-Kritik von Komiker Mike Müller.
Peer Teuwsen: Michael Elseners «Late Update» kritisiert
Michael Elseners Satireformat sei zu harmlos, kritisiert Peer Teuwsen in der NZZaS. (Bild: SRF/Oscar Alessio)

«Was Michael Elsener seit vorletztem Sonntag auf dem alten Sendeplatz von Giacobbo/Müller an Satire veranstaltet, ist zum Fremdschämen», schreibt Peer Teuwsen in der «NZZ am Sonntag». Der Journalist kritisiert unter anderem Elseners «ellenlange Ausführungen» und die «meist langfädigen Einspielungen».

Auch sei der 33-jährige Zuger Satiriker zu brav: «Wenn ihm ein-, zweimal eine Frechheit über die Lippen kam, bat er den Ombudsmann schon im Voraus um Entschuldigung», hält Teuwsen fest. Angesichts dieser «kondensierten Harmlosigkeit» müsse sich Elsener aber keine Sorgen wegen einer Beschwerde machen. Der einzige Lichtblick waren aus seiner Sicht Patti Basler und Renato Kaiser, die sich als Aussenreporter «die eine oder andere Bösartigkeit» leisteten.

Teuwsen hat einige Verbesserungspunkte für Elsener parat: «Es gibt viel zu viele Unterbrechungen, dem Mann sollte man das Grinsen verbieten, das Duzen der Gäste müsste sofort aufhören, weil Satire Distanz zum Objekt braucht», schreibt er. Auch müsste der Satiriker nach links und nach rechts austeilen – und nicht nur nach rechts, findet Teuwsen.

Gute Satire in der Schweiz unmöglich

Aber alles Verbessern würde nichts nützen, weil es am Grundsätzlichen fehle: «Gute Satire scheint in der Schweiz ein Ding der Unmöglichkeit zu sein», so der «NZZ-Geschichte»-Redaktor. Teuwsen liefert gerade selber die Erklärung dafür: Die Schweizer seien zu lieb. «Unsere hiesige Tradition der Konsensfindung, des Kompromisses, des Ausgleichs, der Integration von Minderheiten – all das sind sympathische Eigenschaften, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt unseres schönen Landes fördern.» Für die Satire seien sie «Gift».

Teuwsens Kritik hat einige Reaktionen auf Twitter hervorgerufen, unter anderem von Komiker Mike Müller. «Wenn Du nicht einmal zwischen Improvisation und Skript unterscheiden kannst, ist eine DNA-Analyse des Volkskörpers hinsichtlich seiner Humorfähigkeit für Dich vielleicht ein paar Stufen zu hoch», teilt Müller aus.

Es folgt ein mehrteiliger Schlagabtausch zwischen Teuwsen und Müller.


Auch der Kabarettist Viktor Giaccobo, der bis Ende 2016 zusammen mit Müller das Satireformat «Giaccobo/Müller» auf SRF bestritt, meldet sich auf Twitter kritisch zu Wort:


Am Sonntag, 20. Januar, ist die Satiresendung «Late Update» gestartet. Die erste Staffel umfasst elf Sendungen. (as)



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