26.01.2022

Solothurner Filmtage

«Wet Sand» gewinnt «Prix de Soleure»

Der Spielfilm wird mit dem höchstdotierten Filmpreis der Schweiz ausgezeichnet. Der Film «Presque» erhält den Publikumspreis, der Dokumentarfilm «Pas de deux» holt sich den «Opera Prima».
Solothurner Filmtage: «Wet Sand» gewinnt «Prix de Soleure»
Der «Prix de Soleure» geht an den Spielfilm «Wet Sand», der von Elene Naveriani realisiert und von Maximage Filmproduktion produziert wurde. (Bild: Screenshot Trailer «Wet Sand»/youtube.com)

Die 57. Solothurner Filmtage haben am Mittwochabend mit der «Soirée de clôture» ihren Abschluss gefunden. Es war ein Festival unter besonderen Umständen mit einem reichhaltigen und qualitativ herausragenden Filmprogramm. Für die drei Wettbewerbe «Prix de Soleure», «Prix du Public» und «Opera Prima» wurden je acht Filme nominiert, was den Wettbewerbscharakter verstärkte. So heisst es in einer Mitteilung.

Der «Prix de Soleure» geht an den Spielfilm «Wet Sand», realisiert von Elene Naveriani und produziert von Maximage Filmproduktion. Die Jury, zusammengesetzt aus der Komponistin Olivia Pedroli, der Regisseurin Nicole Vögele und dem Autor und Filmemacher Matthias Zschokke, würdigte in ihrer Laudatio «die Zärtlichkeit und Selbstverständlichkeit, mit der Tabus angefasst und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten gebrochen werden.» Die Jury sei beeindruckt vom «Talent, mit dem die Regisseurin Ton, Bild und Musik miteinander verschmelzen lässt, so dass sich die Zeit bis an ihre äussersten Grenzen dehnt und uns in einen vibrierenden Zustand versetzt».

«Wet Sand» handelt von einem Dorf am georgischen Schwarzen Meer, in dem sich die Menschen zu kennen glauben, bis ein Todesfall ein Netz aus Lügen zu Tage bringt und das Schweigen bricht. Der «Prix de Soleure» ist mit 60‘000 Franken dotiert. Er wird getragen vom Fonds «Prix de Soleure» sowie dem Kanton Solothurn und der Stadt Solothurn. Die Preissumme geht je zur Hälfte an die Regie und die ausführende Produktion. «Wet Sand» ist auch für den Schweizer Filmpreis 2022 als bester Spielfilm nominiert.

Mit dem Preis «Opera Prima» zeichnen die Solothurner Filmtage zum zweiten Mal Erstlingswerke von Schweizer Regisseurinnen und Regisseuren sowie Produzentinnen und Produzenten aus, wie es weiter heisst. Den mit 20'000 Franken dotierten Preis gewinnt der Dokumentarfilm «Pas de deux» von Elie Aufseesser (Regie) und Joshua R. Troxler (Produktion). In ihrer Laudatio schreibt die Jury: «Anhand des Porträts dieser erstaunlichen Familie stellt der Film Fragen zur Abstammung, zum Erwachsenwerden, zum Tod, zur Unbeschwertheit und zum Wahnsinn.» Der Film nehme das Thema nicht vorweg, sondern sei offen für den Menschen in all seiner Einzigartigkeit und Komplexität.

Die Jury setzt sich aus der künstlerischen Leiterin des Filmfestivals Belfort, Elsa Charbit, der Kamerafrau Carolina Steinbrecher und der Produzentin Flavia Zanon zusammen. «Pas de deux» handelt von zwei Brüdern deren Verbundenheit durch die geografische Trennung und ihre unterschiedlichen Lebensstile auf die Probe gestellt wird. Preisstifter des «Opera Prima» sind die Kulturfonds der Urheberrechts-gesellschaften Suisseimage und SSA. Der Preis geht zu gleichen Teilen an die Regie und die ausführende Produktion. 



Der «Prix de Public» ist seit 15 Jahren fester Bestandteil der Solothurner Filmtage. Der Preis ist mit 20'000 Franken dotiert und wird von den Solothurner Filmtagen gemeinsam mit der Hauptsponsorin Swiss Life ausgerichtet. Die Jury ist das Publikum, das nach jeder Vorführung eines nominierten Films eine Wettbewerbskarte erhält. Der Preis für den besten Publikumsfilm geht dieses Jahr gemäss Mitteilung an «Presque» von Bernard Campan und Alexandre Jollien, co-produziert von Pan European Recording (Frankreich) sowie JMH & Filo Films (Schweiz).

Der Spielfilm handelt von Louis, dem Leiter eines Bestattungsunternehmens und Igor, einem Gemüseauslieferer mit einem zerebral gelähmten Körper. Ihre Wege kreuzen sich per Zufall und Louis entscheidet sich, Igor in seinem Leichenwagen mitzunehmen, um einen toten Körper nach Südfrankreich zu bringen. Auf der Reise lernen sie, das eigene Leben so zu lieben, wie es ist. Der Walliser Alexandre Jollien, welcher Igor spielt, ist Philosoph und Schriftsteller und seit seiner Geburt zerebral gelähmt. Bernhard Campan ist französischer Filmregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor. (pd/tim)



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