28.11.2018

Weihnachtswerbung 2018

Fünf Schweizer Kampagnen auf dem Prüfstand

Migros hat Finn und Manor Elfred, Coop setzt auf Weihnachtsmomente, Globus auf Feenstaub und Galaxus auf Winterabenteuer. Was überzeugt bei den TV-Commercials – und was fällt ab? persoenlich.com nimmt die Spots unter die Lupe.
Weihnachtswerbung 2018: Fünf Schweizer Kampagnen auf dem Prüfstand
Die Weihnachtskampagnen der Schweizer Retailer (v.l.): Migros, Globus, Manor, Galaxus und Coop. (Bilder: Screenshots)
von Christian Beck

Mit Coop hat am Freitag der fünfte Schweizer Retailer seinen TV-Weihnachtsspot ins Rennen geschickt. Werden die Letzten die Ersten sein? Die persoenlich.com-Jury hat bei den Spots von Coop, Migros, Manor, Globus und Galaxus genauer – und auch kritisch – hingeschaut.


Migros: «Gemeinsam gegen Einsamkeit»

Der Case: Kassenwichtel Finn kommt nach seiner letztjährigen Premiere zu seinem zweiten Auftritt (persoenlich.com berichtete). Dieses Jahr sucht er nach der Geborgenheit, die einem nur die Familie geben kann – und macht sich auf, seine Eltern zu finden.

Das hat der Jury gefallen: «Klares Branding und Identifikation mit dem Wichtel», «Story des vergangenen Jahres wurde geschickt aufgenommen und weitergeführt», «glasklares Storytelling», «schön animiert, gute Dramaturgie, passender Sound», «sehr gute filmische Leistung», «Jöh-Effekt ist unumgänglich», «sorgfältig produziert mit Auge fürs Detail», «einfach Kult», «lädt ein und nimmt einen mit auf die Reise», «empathisch».

Hier sieht die Jury Potenzial: «Der Überraschungsmoment fehlt im Vergleich zum Vorjahr», «Dramaturgie der Story könnte stärker sein», «etwas düster», «der Spot zieht sich etwas in die Länge», «das Ende ist vorhersehbar beziehungsweise an den Haaren herbeigezogen», «schade, ist es dasselbe wie letztes Jahr», «der Schluss stört mich: Füreinander da sein – Miteinander spenden. Sehr abrupt und irgendwie weg vom Thema».



Coop: «Min Wiehnachtsmomänt»

Der Case: Coop ist den kleinen und grossen Momenten, welche die Festtage besonders machen, auf der Spur. Der TV-Spot zeigt viele kleine Storys solcher Weihnachtsmomente – in der Deutschschweiz untermalt mit dem Song «Sonä Momänt».

Das hat der Jury gefallen: «Musik gut gewählt», «der Song ist ein Ohrwurm aus der bewährten Hitschmiede», «klare Bildsprache mit Emotionen», «diese ‹Weihnachtsmomente› könnten sich auch so in der Realität zutragen», «alle Altersschichten integriert», «man erkennt sich in einigen Situationen wieder», «auch Schmunzelmomente», «es werden mal nicht nur die Kinder angesprochen. Find ich super».

Hier sieht die Jury Potenzial: «Der Wow-Effekt fehlt», «etwas altbacken», «Musik zu ‹schnulzig›», «Story beziehungsweise zu lösende Konfliktsituation oder Problem fehlt», «Weihnachten wird zu fest romantisiert», «eine Idee, die viel Potenzial für eine humorvolle Umsetzung hätte, dafür hätte sie aber radikaler umgesetzt werden müssen», «Schauspieler wirken wenig authentisch», «das Markenlogo wirkt angeklebt und wie ein Fremdkörper».



Manor: «The Gift»

Der Case: Auch Manor knüpft an den Spot von 2017 an. Im neuen Commercial übernimmt Weihnachtself Elfred die Hauptrolle. Dieser hat Angst, selbst als Geschenk bei einem Jungen zu enden – und sucht in der Spielzeugfabrik des Weihnachtsmanns nach einer Lösung.

Das hat der Jury gefallen: «Witzige Geschichte für Kinder, einfach erklärt mit einem emotionalen Höhepunkt am Schluss», «technisch aufwendig, gut animiert, niedliche Geschichte», «Liebhaber von Animationsfilmen kommen hier voll auf die Kosten», «Grundkonflikt und somit Spannung vorhanden, Happy End findet trotzdem statt», «mehrere Überraschungsmomente in der Story», «schöne Umsetzung».

Hier sieht die Jury Potenzial: «Erwachsene werden eher nicht abgeholt», «Branding-Effekt am Schluss könnte mit einem stärkeren Claim beendet werden», «mal abgesehen von ein paar Manor-Logos fehlt es an Swissness», «Werbebotschaft nur mit Hilfe vom Claim erkennbar», «zu lange», «ein bisschen viel Brutalität für einen Spot, der wohl vor allem Kinder anspricht», «Geschenk steht im Vordergrund», «irgendwie hart und kantig».



Globus: «Magische Weihnachten»

Der Case: Im Mittelpunkt der Weihnachtsoffensive steht die Angebotsvielfalt des Onlineshops globus.ch. Um die Vielfalt zu zeigen, wird ein klassisches Familienessen mit drei Generationen inszeniert. Mittels CGI werden Elfen und viel goldener Feenstaub animiert.

Das hat der Jury gefallen: «Die gewünschte Zielgruppe wird angesprochen, da die Werte von Globus verkörpert werden», «wirkt stilvoll und elegant», «weihnachtliche Stimmung wird erzeugt, wirkt festlich», «‹Goldregen› zieht sich durch ganzen Spot», «kitschig und klischeehaft, aber ehrlich – und die eigenen Ansprüche werden erreicht: ‹opulente Weihnachtsoffensive›», «verzaubernd, das Gemeinschaftliche steht im Vordergrund».

Hier sieht die Jury Potenzial: «Ein wenig zu fad, man könnte noch weitere Effekte ins Video einbauen, um die Vielfalt aufzeigen», «Eine Frau läuft durch die Wohnung – ist das Storytelling?», «kaum Handlung, keine Spannung», «deutsche Schauspieler schweizerdeutsch nachsynchronisiert, es mangelt an der Lip Sync», «der Spot könnte genau gleich auch für viele andere Warenhäuser/Unternehmen werben».



Galaxus: Winterabenteuer

Der Case: Der Onlinehändler Galaxus zeigt zur Weihnachtszeit eine Neuauflage der «Wir haben die Produkte, du das Leben»-Kampagne. Die Spots thematisieren drei Mal das gleiche Winterabenteuer in den verschneiten Bergen – stets mit unterschiedlichem Ausgang und ohne Happy End.

Das hat der Jury gefallen: «Witzig und auf die Zielgruppe abgestimmt», «sehr unterhaltsame Dialoge», «schöne Bilder», «unterhaltsam, auffällig und vielseitig – dank verschiedenen Szenarien», «authentische Protagonisten, humorvoll», «alltagsnahe ‹Probleme› – Zuschauer kann sich identifizieren», «es werden Produkte verkauft, kein Weihnachtsgefühl», «humorvoll, nimmt die klassische Werbung hoch».

Hier sieht die Jury Potenzial: «Spots sind immer gleich aufgebaut. Hier hätte man den Aufhänger gehabt, das Konzept zu überarbeiten und nochmals eine kreative Schippe draufzulegen», «kein Weihnachtsfeeling, stattdessen das Thema Klimawandel», «integrierte Produktwerbung störend», «das Schema ist bekannt (der Bruch der perfekten Werbewelt in die Realität), der Überraschungsmoment lässt deshalb nach», «pseudowitzig».



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang
persönlich Exemplar