Disruption – so lautete das diesjährige Tagesthema am SWA-Jahresmeeting. Wie geht es weiter mit dem massiven Umbruchprozess und welche Auswirkungen hat dies auf die kommerzielle Kommunikation? Über 300 Branchenvertreter erhofften sich Antworten darauf und fanden am Dienstagnachmittag den Weg ins StageOne in Zürich-Oerlikon.
Zu Beginn des Anlasses trat Roger Harlacher, Präsident des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands, ans Mikrofon. «Gibt es ein Uber in Ihrer Branche?», fragte er die Anwesenden. Am Beispiel des Online-Taxivermittlungsdiensts aus den USA zeigte er auf, wie sich die Art der Kommunikation zwischen Anbieter und Kunde verändert hat. Er rief die Werbeauftraggeber dazu auf, offen zu sein und Innovation Raum zu geben. Es sei nun an den Unternehmen einen «Soundcheck» durchzuführen, wie er sagt.
Drei neue Vorstandmitglieder
Einen solchen «Soundcheck» hatte der SWA anlässlich der Generalversammlung, die kurz vor dem Jahresmeeting abgehalten wurde, gemacht. Harlacher konnte einen Gewinn von über 26'000 Franken präsentieren. Mit 14 Neumitglieder im letzten Jahr zählt der SWA aktuell über 170 Mitglieder.
Zudem informierte der Verbandspräsident über drei personelle Veränderungen im Vorstand: Mark Engelhard, Oliver Schwegmann und Jürg Pauli treten ab. An ihrer Stelle gehören neu Thomas Schwetje von Coop, Roman Reichelt vom Migros-Genossenschafts-Bund sowie Marc Werner von der Swisscom dem Vorstand an.
Danach traten Tamedia-CEO Christoph Tonini (im Bild oben), Inhaber von tk-one, Thomas Koch, sowie Konstanze Kossack von der deutschen Innovationsberaterin Future Candy auf die Bühne. Letztere sprang spontan für Cary Steinmann von der ZHAW ein, der krankheitshalber ausfiel.
Tonini zeigte den anwesenden potenziellen Werbekunden ihre Möglichkeiten mit Tamedia-Produkten auf und machte dabei vor allem auf das Erfolsmodell «20 Minuten» aufmerksam. Koch, der sich in Deutschland als «Mr. Media» einen Namen gemacht hat, sagte den Mediaagenturen, wie man sie kenne, das Ende voraus.
Für Staunen im Raum sorgte das Referat von Konstanze Kossack (im Bild unten). Anhand von mehreren Beispielen zeigte sie den Anwesenden auf, was Innovation in der Branche alles möglich macht. Besonderes Augenmerk legte sie dabei auf Virtual Reality und was dies zum Beispiel für die Tourismus- oder die Autobranche bedeutet.
Zum Schluss fand ein kurzfristig einberufener Roundtable statt. Unter der Moderation von «persönlich»-Verleger Matthias Ackeret diskutierten die Herren Christoph Tonini (CEO Tamedia), Martin Schneider (CEO Publisuisse) und Thomas Schwetje (Marketingleiter Coop Schweiz) über die Werbeallianz, die letzte Woche den Namen Admeira erhalten hatte.
Tonini, der Kritiker in der Runde, hatte für den Namen bloss ein müdes Lächeln übrig. Vor allem aber bemängelte der Tamedia-CEO, die Vorgangsweise der involvierten Unternehmen SRG, Swisscom und Ringier. Die drei wollten Fakten schaffen, bevor man die politische Diskussion über die SRG und ihre Rolle geführt habe, sagte Tonini.
Schneider konterte gelassen und erwähnte zum Schluss, dass wohl 80 Prozent der Anwesenden bei einem Admeira-Kunden-Event im Mai vor Ort sein würden.
Bilder: wid

