Der American Dream ist es bestimmt nicht, der Jack Salinger Wolfson zu seiner Kunst anregt. Seine Bilder sind das Ergebnis eines bewegten Lebens in dem Amerika, das hinter dem «hi-so-nice-to-meet-you-how-are-you»-Gesicht steckt. Wo man entweder kriminell sein muss oder sich als kleiner Arbeiter in einer 70-Stunden-Woche abrackert, um ein sehr bescheidenes Leben führen zu können. Wo den Menschen beklemmende Moralvorstellungen im Nacken hocken. Wo zwischenmenschliche Beziehungen oft unpersönlich bleiben.
Wolfsons Bilder sind allesamt selbstreferentiell. Sie zeigen eine existenzielle Auseinandersetzung mit dem Sein in einer Heimat, in der du ständig auf der Hut vor deinen Nächsten bist. Sanft scherzend bis bitter zynisch gibt der 40-Jährige Gedanken und Erlebtes in seinen Sketches wieder. Seine bevorzugten Themen sind elementar: Gier und Mord, Religion, Hass, Liebe, Einsamkeit und Angst. Seine Bilder sprechen für sich, man versteht ihr Anliegen intuitiv. Man merkt, der Künstler hat einen natürlichen, direkten Zugang zu seinem Handwerk. Man spürt die Freude und Schaffenslust. Ob es die archaisch, naive Art, wie er seine Themen entfaltet oder die Authentizität ist, mit der Wolfson den Akt des Malens exzessiv praktiziert – die Bilder berühren den Betrachter. Roh und schnell mit grellen bis dunklen Farben auf hartem Holz gemalt, strotzen seine Werke von Sensibilität, Kraft und Humor, wie es in einer Mitteilung heisst.
Erst drei Jahre ist es her, seit Wolfson von Notizpapier auf grossformatiges Holz und Farbe umgestiegen ist und bereits jetzt ist er in zahlreichen privaten Sammlungen vertreten. Im Mai 2016 fand die Europa Tour Conversations On War Paint statt – Wolfson und Steven Leyba zeigten Live Paint Performances in England, Holland und Zürich, musikalisch begleitet von Georgie „The Dove“ Valentino. Von April bis Juni 2016 konnte Wolfson an der Gruppenausstellung We Are Art im Washington State Convention Center teilnehmen, welche von über 100'000 Besuchern gesehen wurde, unter anderem dem Amerikanischen Präsidenten. Von fünf ausgestellten Werken wurden zwei verkauft.
Die Vernissage in der ADC Gallery findet am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr statt. Die Ausstellung dauert bis am 20. Oktober. Die Galerie hat jeweils montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. (pd)



