Das US-Internetunternehmen Yahoo! hat einen Übernahmevorschlag seines Grossaktionärs Carl Icahn und Microsofts abgelehnt. Das Angebot sah einen Verkauf des Suchmaschinengeschäfts an den Softwareriesen Microsoft vor. Den restlichen Teil des Konzerns wollte der Milliardär Icahn übernehmen, der bereits mit knapp fünf Prozent an Yahoo! beteiligt ist. Der Vorschlag sei jedoch schlechter als die bestehende Vereinbarung mit dem Rivalen Google und hätte einen kompletten Yahoo!-Verkauf zu einem fairen Preis unmöglich gemacht, erklärte der Internetkonzern.
Der Vorschlag sei Yahoo! am Freitagabend mit der Aufforderung übermittelt worden, ihn binnen weniger als 24 Stunden anzunehmen, teilte Yahoo! weiter mit. "Diese merkwürdige und opportunistische Allianz von Microsoft und Icahn ist nicht im Interesse der Yahoo!-Aktionäre", begründete Yahoo! seine Ablehnung. Zugleich gab der Yahoo!-Verwaltungsrat bekannt, dass er Microsoft den Kauf des gesamten Unternehmens für 33 Dollar je Aktie angeboten habe. Auch sei man bereit, sich vom Such-Geschäft zu trennen, aber zu einem höheren Preis als von Microsoft geboten. Der Windows-Hersteller habe beides abgelehnt, hiess es. Yahoo! hielt die Tür aber offen: Man glaube, dass ein Komplett-Verkauf des Internet-Konzerns noch im Juli möglich sei.
Microsoft bemüht sich seit längerem um eine Übernahme Yahoos!. Im Juni waren die Kaufverhandlungen zunächst abgebrochen worden. Yahoo! hatte bereits mehrmals die rund 47 Mrd. Dollar schwere Kaufofferte als zu niedrig zurückgewiesen. Anschliessend schlug Yahoo! eine Offerte für einen Anteil von 16 Prozent sowie das Suchmaschinengeschäft aus. Für den Softwaregiganten ist Yahoo! interessant, weil es seine Position im wachsenden Markt für Internet- und Suchmaschinenwerbung stärken würde. Bisher verdient Microsoft sein Geld vor allem mit Betriebssystemen und Bürosoftware. (sda)

