Rivella will Ende August ein nach eigenen Angaben bahnbrechendes neues Produkt auf den Markt bringen, für das lange geforscht wurde. CEO Franz Rieder spricht in der "Handelszeitung" von einer "Weltneuheit" und "Pioniertat". Details verrät er aber noch nicht.
Einen Erfolg könnte Rivella gut gebrauchen -- der Getränkehersteller verlor in den letzten Jahren Marktanteile. Seit 2003 ist der Umsatz um 12 Prozent eingebrochen. "Unsere Ziele für 2007 haben wir nicht erreicht", gibt Rieder gegenüber der "Handelszeitung" zu. "Aber das Wasser steht uns nicht bis zum Hals." Für 2008 sieht es bisher besser aus: Im Vergleich zum Vorjahr habe der Umsatz um 3 Prozent zugenommen.
Den Rückgang erklärt Rieder mit der Konzentration im Detailhandel. Pick Pay, Waro, Epa oder Carrefour waren grosse Abnehmer von Michel Fruchtsäften aus dem Hause Rivella. Durch Verkäufe sind die Läden alle von der Bildfläche verschwunden. "Zudem hat uns die Preishysterie im Detailhandel geschadet", so Rieder. Bei den Rabattschlachten mit den vielen Preisaktionen mache Rivella nicht mit.
Rivella wird künftig das Auslandgeschäft forcieren. Rieder: "Wir sind zum Wachstum im Ausland verdammt, denn in der Schweiz ist der Markt gesätigt." In Holland und Luxemburg hat sich Rivella bereits etabliert, nun geht die Expansion im grenznahen Ausland weiter, vorerst in Ostfrankreich, in Voralberg und im süddeutschen Raum, wo mit Emil Steinberger für das Getränk wirbt ("persoenlich.com" berichtete).
Sinnvolle Kaufangebote werden genau geprüft
Laut Verwaltungsratspräsident Alexander Barth, kann Rivella die Expansion aus eigenen Mitteln finanzieren. Doch Barth schliesst gegenüber der "Handelszeitung" auch einen Verkauf der Getränkefirma nicht aus: Wenn ein sinnvolles Angebot kommt, prüfen wir das sehr genau." Sinnvoll bedeute nicht nur ein guter Preis, sondern vor allem den Weiterbestand des Unternehmens. "Wir führen zurzeit aber keine konkreten Verkaufsverhandlungen."
Bei Coca-Cola ist man an einem Kauf von Rivella nicht interessiert. "Die Wettbewerbskommission würde dies kaum genehmigen", erklärt Cola-Sprecherin Pia Lehmann. Nestlé und Migros wollten einen möglichen Kauf gegenüber der "Handelszeitung" nicht kommentieren.

