
Was ist das Schweizer Markenplakat?
Was ist das Schweizer Markenplakat?
Warum ist das Markenplakat nicht bloss ein weiteres Branchenverzeichnis?
Warum ist das Markenplakat nicht bloss ein weiteres Branchenverzeichnis?

Welchen Mehrwert bieten Sie den Usern?
Schaffner: Eine Landschaft verändert sich im Laufe der Zeit. Ebenso verhält es sich mit der Markenlandschaft in der Schweiz. Marken werden ins Ausland verkauft, verschwinden teilweise komplett oder werden neu geboren. Diese stetigen Veränderungen soll das Markenplakat dokumentieren. Gerade die Veräusserung Schweizer Traditionsmarken in ausländische Hände liefert immer wieder heissen Diskussionsstoff. Mit dem Markenplakat kann man sehr einfach und schnell erkennen, wie viel "Schweiz" in Schweizer Marken überhaupt steckt.
Sie sprechen davon, eine Diskussionsplattform aufzubauen. Soll das Markenplakat später ein Marken-Facebook werden?
Feige: Da bringen Sie uns doch auf eine gute Idee! Nein im Ernst: Das Internet bietet bekanntermassen eine Reihe von Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren. Gerade Unternehmen und Marken sind in Vergangenheit nicht immer optimal mit den neuen Möglichkeiten umgegangen. Auf markenplakat.ch haben alle gleich lange Spiesse. Interessierte wie Markenanbieter können über Veränderungen diskutieren. Die Plattform bleibt dabei neutral.
Wie ist die Idee für das Markenplakat entstanden?
Schaffner: Als Marken- und Designagentur beschäftigen wir uns täglich mit der Visualisierung und Kommunikation von Marken. Da liegt es nahe, dass wir uns von evoq einmal eine Übersicht über unseren Kernmarkt und dessen Veränderungen verschaffen wollten. Daraus ist die Idee des Markenplakats entstanden. Das Portal betreiben htp St.Gallen und evoq gemeinsam.
Was hat htp St. Gallen zum Betrieb des Portals bewogen?
Feige: Die htp St.Gallen arbeitet vorwiegend für Schweizer Marken. Das Thema hat uns schon immer interessiert. Wir haben mehrere Studien zur internationalen Wahrnehmung der Schweiz und Schweizer Marken durchgeführt, beteiligen uns an der Diskussion über den Schutz der Marke Schweiz und veranstalten in diesem Jahr bereits zu dritten Mal die Konferenz Swiss Brands. Das Markenplakat ist in diesem Kontext ein weiterer Baustein unserer Arbeit.
Haben Sie nicht vor allem daran gedacht, dass das Markenplakat gute Werbung für evoq und htp St. Gallen ist?
Feige: Das ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt gegen den wir uns nicht wehren wollen.
Wie wird das Schweizer Markenplakat finanziert?
Schaffner: Mit dem Plakat verfolgen wir keine direkten Gewinnabsichten. Wenn es sich durch Sponsoren selbst trägt, reicht uns das aus. Das Markenplakat soll als Standardwerk natürlich on- und offline für Sponsoren und Ausbildungsstätten interessant sein. Bislang sind wir allerdings eher in Vorleistung gegangen.
Bezahlen die Firmen für den Markeneintrag?
Schaffner: Nein, wir nehmen alle relevanten Schweizer Marken kostenfrei auf. Nur die speziellen Sponsoren leisten einen Beitrag an die Kosten.
Kann jede Marke aufgenommen werden, die es in der Schweiz gibt oder ist das Markenplakat auf Schweizer Marken beschränkt?
Feige: Das Plakat nimmt nur Marken auf, die in der Schweiz entstanden sind, d.h. ursprünglich von Schweizer Unternehmen geschaffen wurden. Der heutige Besitzer spielt keine Rolle. Wie bereits erwähnt wollen wir dokumentieren, welche Marken sich heute noch in Schweizer Besitz befinden und welche mittlerweile ausländische Besitzer haben.
Gibt es weitere Faktoren, welche die Marken für eine Aufnahme erfüllen müssen?
Feige: Ein weiteres Kriterium ist eine gewisse Relevanz, d.h. Bekanntheit und Verbreitung der Marke, sonst wäre das Plakat schon jetzt überfüllt. Wir sind uns aber auch bewusst, dass die Markenlandschaft lebt, d.h. es werden ständig neue Marken hinzukommen aber auch wieder welche verschwinden. Markenbesitzer können sich übrigens online gerne bewerben, auf das Markenplakat aufgenommen zu werden. Selbstverständlich streichen wir auch alle, die nicht Teil der Schweizer Markenland-schaft sein möchten und nehmen Korrekturwünsche entgegen.
Zum Schluss: Wie beurteilen Sie die Schweizer Markenlandschaft? Zieht Swissness noch, oder wird im Zeichen der Globalisierung anderes wichtiger?
Feige: Ich denke die Grundregeln der Markenführung sind unverändert: eine Marke muss dem Kunden einen für ihn relevanten und differenzierenden Nutzen bieten. Die Swissness kann dazu einen Beitrag als "Reason to believe" für beispielsweise hohe Qualität oder Authentizität leisten. Nach meiner Beobachtung wird gerade im Zeital-ter der Globalisierung die Herkunft von Marken und Produkten eher wichtiger. Somit hat die Swissness eher noch Rückenwind, wenngleich sie in einigen Branchen viel-leicht schon überstrapaziert wird. Um den Wert der Swissness zu erhalten wäre es meines Erachtens sehr wichtig, die Swissness Vorlage des Bundesrates nicht mit zu vielen Ausnahmen auszuhöhlen und sie zeitnah in Kraft zu setzen.
(Interview: Stefan Wyss)
--> Download Schweizer Markenplakat (PDF 5 MB)

--> Zum Online-Portal http://www.markenplakat.ch

