Louis Vuitton kann sich vor Nachfrage nach ihren Taschen derzeit kaum retten. Vor allem in Frankreich sind die Schlangen vor den Türen der Shops der Edelmarke mittlerweile ein gewohntes Bild. Die Fans, darunter viele Touristen aus Asien, sind so zahlreich, dass der Einlass zu der Boutique an der Champs-Elysées begrenzt werden muss, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Ausgabe vom Mittwoch schreibt. Der Einlass müsse geregelt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Einkaufserlebnis angenehm zu gestalten, werden Verantwortliche zitiert. Viele vermuten dahinter einen gross angelegten Marketingag.
In Tat und Wahrheit kann der Konzern nicht genug Ware produzieren, um die Nachfrage zu befriedigen. Die Lager sind so zusammengeschrumpft, dass Louis Vuitton im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft seine Verkaufszeiten begrenzt. Die sechzehn Geschäfte in Frankreich schliessen bis Ende November jetzt jeweils eine Stunde früher.
Die elf Produktionsstätten von Louis Vuitton in Frankreich laufen auf Hochtouren. Bis Mitte nächsten Jahres soll im südostfranzösischen Département Drôme ein zwölfter Standort hinzukommen. Nun werden 320 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Doch selbst das scheint nicht zu reichen. Das Interesse sei unter anderem durch die Medienberichterstattung im Zuge der Eröffnung neuer Geschäfte in Saint Tropez, London und Beirut angefacht worden, heisst es beim Mutterkonzern LVMH zur Erklärung, wie die "FAZ" weiter schreibt. "Die grosse Überraschung davor war bereits, dass in der Krise die Verkäufe nicht nachgelassen haben."
Im ersten Halbjahr ist der Konzernumsatz mit Lederwaren und Modeartikeln der Grossteil davon stammt aus dem Sortiment von Louis Vuitton um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gestiegen. Der Betriebsgewinn kletterte um 28 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro.
Schon in der Vergangenheit hat Louis Vuitton immer mal wieder sein Angebot rationiert, und schrieb den Kunden auf den Champs-Elysées beispielsweise vor, dass sie nicht mehr als zwei Ledertaschen je Person kaufen dürften. Dies führte dazu, dass manche Kunden kurzerhand fremde Passanten um Einkaufshilfe baten.
Nach der jährlichen Marken-Untersuchung der Gesellschaft Interbrand ist Louis Vuitton weiterhin mit Abstand die bekannteste Marke Frankreichs. Unter den grössten Namen der Welt rangiert sie auf Rang 16. Der in Frankreich zweitplazierte Kosmetikkonzern LOréal schaffte es im internationalen Vergleich nur auf Platz 45. (Quelle: FAZ)

