05.04.2019

Valora

Erste Geschäfte ohne Ladenkasse

Der Detailhändler und Kioskbetreiber testet erstmals neue Ladenkonzepte ohne Kasse. In den beiden Läden «Avec box» sowie «Avec X», die am Samstag im Zürcher Hauptbahnhof ihre Türen öffneten, ist der Einkauf nur mit einer Handy-App möglich.
Valora: Erste Geschäfte ohne Ladenkasse
Ein provisorischer Laden von «Avec box» im Zürcher Hauptbahnhof: Der Detailhändler Valora testet erstmals neue Shops ohne Kasse. (Bilder: Keystone/Walter Bieri)

Wer in die Läden hinein will, muss sich in der Avec-App registriert haben und einen QR-Code einscannen. Erst dann öffnen sich die Glastüren, wie Valora am Freitag vor den Medien demonstrierte. Danach kann der Kunde die gewünschten Produkte mit seinem Handy einscannen und dem persönlichen Warenkorb hinzufügen. Abgeschlossen wird die Bezahlung zum Schluss in der Avec-App. Mit Bargeld kann man nicht bezahlen.

Die «Avec box» in einem Container mitten in der grossen Halle des Zürcher Hauptbahnhofs ist von Freitagfrüh über das Wochenende bis kurz nach Sonntagmitternacht rund um die Uhr geöffnet. Von Montag bis Donnerstag ist sie jeweils von 4.30 Uhr bis 0.30 Uhr den Kunden zugänglich.

375233625_highres

Sie bietet ein «Convenience-Sortiment» an mit Esswaren für unterwegs, Getränken, Lebensmitteln und einem Sortiment an Haushaltswaren. Auch ein Zigarettenautomat, der eine Alterskontrolle durchführt, steht zur Verfügung. Alkoholische Getränke gibt es dagegen keine. Insgesamt stehen in der «Avec box» auf rund 40 Quadratmetern rund 1000 Produkte zur Auswahl.

Mitarbeiter nur in den Stosszeiten

Mitarbeitende werden nur während der Stosszeiten am Morgen und am Abend vor Ort präsent sein. Dann sollen sie die Regale auffüllen, die Räumlichkeit in Ordnung halten und die Kunden beim Einkaufen unterstützen.

Der Laden brauche Betreuung, aber nicht während der gesamten Öffnungszeiten, sagte Valora-Konzernchef Michael Müller an der Präsentation. Es sei nicht das Ziel, Arbeitsplätze einzusparen. Es finde eine Verlagerung zum Vertrieb und zu neuen Berufsmodellen statt. Das Konzept befinde sich in der Entwicklungsphase, sagte Müller: «Wir müssen zuerst Erfahrungen sammeln.»

Das Unternehmen sieht das Ladenkonzept als Ergänzung zu den bestehenden Formaten. Man komme damit einem wachsenden Kundenbedürfnis nach mehr Autonomie und Flexibilität beim Einkauf entgegen.

Die «Avec box» steht bis zum 22. April 2019 im Hauptbahnhof Zürich. Danach wird sie an ihren endgültigen Standort am Bahnhof Wetzikon im Zürcher Oberland transportiert. Zudem soll noch eine weitere «Avec box» in der Deutschschweiz und eine in der Westschweiz getestet werden. Es würden verschiedene Standorte angeschaut, sagte Valora-Detailhandelschef Roger Vogt.

Shop mit Salatautomaten

Überdies eröffnet Valora einen weiteren Konzeptladen mit Namen «Avec X» im Shopville des Zürcher HB, der ein «Innovationslabor für das Einkaufen von morgen» sein soll. Der Laden hat rund 800 Produkte, wobei der Fokus auf frischen Produkten liegt. So gibt es Automaten, wo die Kunden ihren Salat oder ihr Müsli selber zusammenstellen können. Beim Kaffee- und beim Tabakautomaten erhalten die Kunden einen individuellen Produktvorschlag, der auf den in der Vergangenheit eingekauften Produkten beruht.

Im «Avec X» teste man das Sortiment und die Technologien. Wenn diese gut funktionierten, würden sie übernommen, sagte Vogt. Eine Verbreitung des experimentellen Ladens «Avec X» in andere Regionen sei nicht vorgesehen. (awp/sda/cbe)



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20190820

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.