Einer der Grossaktionäre des Internetkonzerns Yahoo hat sich für die Übernahme durch Microsoft ausgesprochen, unter der Bedingung, dass Microsoft das Angebot erhöht. Bill Miller, Manager des Fonds Legg Mason, schrieb dies in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Fonds-Anleger. Legg Mason ist mit knapp neun Prozent an Yahoo beteiligt.
Die Yahoo-Aktie sei auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken, erinnerte Miller die Fonds-Anleger. Microsoft hatte 31 Dollar pro Yahoo-Aktie geboten, am Tag des Angebots waren das 62 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Vortag. Yahoo hatte das Angebot, das Yahoo mit rund 45 Mrd. Dollar bewertet, als zu niedrig abgelehnt. Microsoft blieb am Dienstag bei seiner Offerte.
Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, selbst wenn der Softwarekonzern den Preis anheben sollte, werde dieser nicht auf bis zu 40 Dollar pro Aktie steigen, wie dies Yahoo angeblich anstrebt.
Berichte: Verhandlungen mit Murdoch
Laut US-Berichten verhandelt der Yahoo zur Abwehr der drohenden Übernahme durch Microsoft mit Medienmogul Rupert Murdoch über eine Kooperation. Der von Murdoch kontrollierte Konzern News Corp. solle an Yahoo beteiligt werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch in seiner Online- Ausgabe. Zugleich würden Online-Angebote aus Murdochs Imperium mit Yahoo! kombiniert.
Über News Corp. und einen privaten Finanzinvestor solle Yahoo! zudem eine Kapitalspritze erhalten. Die Beteiligung von Murdochs Konzern könnte über 20 Prozent liegen, berichtete die Zeitung weiter. Zu News Corp. gehört unter anderem das Online-Netzwerk MySpace.
Zuvor hatten bereits mehrere Brancheninsider auf Websites über Gespräche zwischen den beiden Seiten berichtet. Erst vor einer Woche hatte Murdoch eine Gegenofferte zu Microsofts Angebot für Yahoo! ausgeschlossen. (sda)

