06.06.2008

Mediaxis

Interview mit CEO Peter Hofstetter

Über den Einsatz interaktiver Medien im Kommunikationsmix.

Mit der Einweihung von Media-Space in Zürich-Schlieren will die Mediaagentur Mediaxis einen entscheidenden Schritt in die Zukunft tun. "Wir wollen aufzeigen, dass es uns ernst ist mit dem Einbezug der interaktiven Medien in den Kommunikationsmix", erklärt Peter Hofstetter. Im Gespräch mit "persoenlich.com" nahm der Mediaxis-CEO auch Stellung zur fehlenden Transparenz in der Branche und dem Umgang mit Kickbacks. Das Interview.

Herr Hofstetter, können Sie in wenigen Worten erklären, was "Media Space" ist?

Media Space ist ein Showroom für all jene Medien, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind und die in naher Zukunft unseren Alltag prägen werden. Hier werden Technologien ausgestellt, die als Individual- oder Massenmedien die Möglichkeit bieten, Markenbotschaften zu transportieren. Ich spreche konkret zum Beispiel von HD-TV, von On- und Offline-Games, und natürlich von allen möglichen Web 2.0-Anwendungen.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, einen Media Space einzurichten?

Wir wollen damit aufzeigen, dass es uns ernst ist mit dem Einbezug der interaktiven Medien in den Kommunikationsmix. Media Space soll demonstrieren, dass für uns alle diese neuen Angebote vertraut sind.

Muss man einen so grossen Aufwand betreiben, um den Kunden die Medien-Konvergenz zu verdeutlichen?

Natürlich muss man das nicht. Mich hat die Idee für den Media Space von Anfang an fasziniert. Zudem ist das Projekt einmalig. Es gibt zwar Museen über Medientechnologien der Vergangenheit, aber eine Ausstellung über die aktuellen und zukünftigen Massenmedien gibt es nirgends. Da kann es nicht schaden, wenn wir als Schweizer Agentur ein Zeichen setzen.

Es wurde auch den Mediaagenturen selber immer wieder vorgeworfen, dass sie nicht über das nötige Know-How für die neuen Medien verfügen. Wollen Sie mit dem Media Space nun den Gegenbeweis antreten?

Genau das tun wir. Es macht keinen Sinn, wenn Werbeauftraggeber mit Ihrer klassischen Kommunikation zu einer traditionellen Media-Agentur gehen und dann noch eine junge, kleine Bude hinzuziehen, um die jüngeren Zielgruppen adäquat anzusprechen. Wir sind beides in einem.

Am Tag der Werbung hat Carlo Schmid, Präsident SW, die ungenügende Transparenz der Mediaagenturen angeprangert. Er bezeichnete den Mediamarkt als undurchsichtig. Was entgegnen Sie dem?

Ich glaube, diese Äusserung muss man vor dem Hintergrund des laufenden Ruzicka-Prozesses in Deutschland sehen. Hier in der Schweiz sind einerseits die Grössenordnungen sehr verschieden, andererseits ist das Controlling viel intensiver, so dass man Verhältnisse wie bei Aegis Deutschland hierzulande ausschliessen kann.

Wenn im Schweizer Mediamarkt wirklich alles ideal laufen würde, hätte sich aber keine Arbeitsgruppe gebildet, die Massnahmen für mehr Transparenz im Mediamarkt ergreifen will. Geht es Ihrer Meinung nach nur um ein Imageproblem aufgrund des Ruzicka-Falles?

Ich selbst kann nicht gut für den SWA sprechen, aber mein Eindruck ist, dass diese Arbeitsgruppe eine Präventionsmassnahme ist, um eben zu verhindern, dass es hierzulande zu deutschen Verhältnissen kommt.

In der Branche wird immer wieder gemunkelt, dass die Mediaagenturen Kommissionen und Rabatte, die den Kunden zustehen würden, für sich behalten. Ist da was dran?

Bei uns ist ganz klar geregelt, was dem Kunden zusteht. Es ist eine Frage der Professionalität, ob Rabatte an die Kunden weitergeben werden oder nicht. Allerdings sind Agenturen, die zu nicht kostendeckenden Ansätzen für ihre Kunden arbeiten, danach auf Kickbacks angewiesen. Das Problem beginnt mit den Honoraransätzen der Media-Agenturen. Hier müssen wir auf mehr Disziplin in unseren eigenen Reihen bedacht sein.

Schmid meinte, es sei an der Zeit, Massnahmen zu treffen, um diesem Zustand der Intransparenz ein Ende zu setzen. Was kann Mediaxis tun?

Es kann nicht die Aufgabe einer einzelnen Agentur sein, Regeln für die Transparenz bei den Geldflüssen zu schaffen. Da müsste eine Branchenlösung erarbeitet werden. Letztlich ist Transparenz immer eine Frage des Vertrauens zwischen Kunde und Agentur.

(Interview: Stefan Wyss)

Auch aus der Luft erkennbar: Das Mediaxis-Gebäude in Schlieren.

--> Media Space eingeweiht -- Die Bilder


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