Viele Anbieter von Jugend-Webseiten scheinen die Fähigkeiten von Kindern zu überschätzen. Alltägliche Funktionen wie Texteingabe oder Scrollen stellen gerade jüngere Nutzer vor grosse Herausforderungen und sind somit Nutzungsbarrieren. Zu diesem Ergebnis kommt die gemeinsame Untersuchung "Vom virtuellen Spielplatz zum Alltagsbegleiter" der Internetagenturen Elements of Art (EOA), SynthiCon und dem Beratungsunternehmen phaydon. Demnach treten selbst bei Elf- bis 13-Jährigen noch häufig Nutzungsprobleme auf, da komplexe Prozesse wie Registrierung oder Upload von Daten nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden können. Erst ab 14 Jahren sei eine zunehmende Routine im Umgang mit den Funktionen des Webs zu beobachten, heisst es im präsentierten Ergebnisbericht.
"Kinder legen, was den Umgang mit dem Web betrifft, eine sehr intuitive Herangehensweise an den Tag. Je jünger die Kids, desto natürlicher versuchen sie den Computer zu bedienen und ihr Alltagswissen auf das Web zu übertragen", stellt Anne Katrin Lensch, Research Consultant bei phaydon fest. Die Analyseergebnisse würden dabei klar zeigen, dass die Vorstellung, dass Kinder keinerlei Probleme mit den Anwendungen im Web haben, falsch sei. Funktionale Elemente wie Radio-Buttons oder Eingabefelder erschliessen sich den jüngeren Nutzern noch nicht", betont Erik Winterberg, Geschäftsführer von Elements of Art und Vorstand von SynthiCon.
So dürfe man etwa nicht davon ausgehen, dass ein Siebenjähriger sich problemlos online registrieren könne. "Die Fähigkeit, das alles schon zu durchschauen, entwickelt sich erst im Laufe der Zeit. Hier bedarf es eines Lernprozesses, der von den Webseitenbetreibern berücksichtigt werden muss", erklärt Winterberg. (pte)

