Bis vor kurzem hielt sich das Internet-Auktionshaus eBay, Berlin, mit Kooperationen zurück. Selbst klassische Werbeplatzierungen waren auf der Website nur eingeschränkt möglich. Dieser selbst auferlegte Purismus hat nun ein Ende, berichtet das in München erscheinende Marketing- und Medienmagazin w&v werben & verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe vom Donnerstag.
eBay möchte Felder wie Versand, Digitalfotografie, Versicherungen, Finanzierung und Mobilfunk strategisch besetzen und mit Dienstleistungsangeboten für seine fast 17 Millionen registrierten Besucher professionalisieren. Tosson el Noshokaty, bei eBay zuständig für strategische Partnerschaften: "Dafür müssen wir Partner auf dem Marktplatz tiefgreifend integrieren."
Um Kunden zum Beispiel das Ersteigern von teuren Artikeln zu erleichtern, sollen über eigens eingebundene Plattformen Finanzierungsservices unterbreitet werden. Partner können laut el Noshokaty ausschließlich "Blue Chips" sein. So verhandelt eBay dem Vernehmen nach mit der Deutschen Bank, der Dresdner Bank und der HypoVereinsbank über Finanzofferten.
Allerdings soll der Marktplatz keineswegs mit Angeboten von Fremdfirmen überfrachtet werden. "Mehr als zehn Partnerschaften machen keinen Sinn", schränkt der eBay-Manager ein.
Erste Erfahrungen mit Kooperationen sammelt eBay bereits. Eine zeitlich begrenzte Partnerschaft hat das Auktionshaus Anfang der Woche mit dem Getränkekonzern Coca-Cola geschlossen. Neun Wochen lang können Musikfreunde auf einer Coke-Plattform bei eBay mitbieten.

