18.08.2019

Pharmafirmen

Marketingausgaben schiessen durch die Decke

Nicht nur steigende Gesundheitskosten lassen die Krankenkassenprämien ansteigen. Ein starker Kostentreiber sind auch die Marketingausgaben der Pharmaindustrie. So gibt Novartis mehr Geld für Marketing und Vertrieb aus als für die Forschung.
Pharmafirmen: Marketingausgaben schiessen durch die Decke
Bittere Pille: Steigende Marketingkosten treiben die Krankenkassenprämien hoch. (Bild: Pixabay)

Die Pharmaindustrie stellt gerne ihre milliardenschweren Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den Vordergrund – auch, um die steigenden Medikamentenpreise zu rechtfertigen. Ein Blick in die Bilanzen zeigt jedoch ein anderes Bild, schreibt die «SonntagsZeitung».

So gibt Novartis seit Jahren mehr Geld für Marketing und Vertrieb als für die Forschung aus. Die Forschungsausgaben belaufen sich auf rund neun  Milliarden Dollar, die Kosten für Marketing und Vertrieb haben längst die Marke von zwölf Milliarden überstiegen. Für das vergangene Jahr weist Novartis die Marketingkosten nicht einmal mehr gesondert aus. Binnen vier Jahren sind sie um fast 20 Prozent gestiegen, während die Forschungsausgaben stagnierten.

Bei Konkurrentin Roche liegen die Ausgaben für Werbung und Vertrieb zwar unter jenen für Forschung. Doch auch bei Roche haben die Ausgaben hierfür in den vergangenen fünf Jahren um fast 15 Prozent zugenommen. Roche und Novartis sind keine Ausnahmen. Das zeigt laut SoZ eine Studie des Dartmouth College in den USA. Demnach haben sich die Marketingausgaben der Pharmabranche allein für die USA – den mit Abstand wichtigsten Medikamentenmarkt – von 1997 bis 2016 auf knapp 30 Milliarden Dollar fast verdoppelt. 20 Milliarden davon geben die Konzerne aus, um die Ärzte zu umwerben. (pd/cbe)

 



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