23.06.2008

Microsoft

Mit Yahoo noch nicht abgeschlossen

Manager-Flucht setzt Suchmaschinenbetreiber unter Druck.

Softwareriese Microsoft hat mit der Beteiligung am Suchmaschinenbetreiber Yahoo noch nicht gänzlich abgeschlossen. Sollte Yahoo-Chef Jerry Yang von der Bildfläche verschwinden und eine mehrfach geforderte neue Führungsspitze eingesetzt werden, ist ein weiterer Anlauf seitens Microsofts zu einer Teilübernahme nicht auszuschliessen. "In der gegenwärtigen Situation ist es schwer zu spekulieren, was passieren wird. Dies ist etwas, was Yahoo und Jerry Yang sowie deren Aktionäre und Vorstände klären müssen", wird Microsoft-Platform&Services-Manager Kevin Johnson von der "Financial Times Deutschland" zitiert. Yahoo und Jerry Yang geraten unterdessen auch ohne Microsofts Zutun zunehmend unter Druck. Dem Branchendienst Techcrunch zufolge hätten in diesem Jahr bereits über 100 Manager gekündigt. Alleine seit Bekanntgabe der Kooperation mit Google hätten neun Führungskräfte das Unternehmen verlassen.

Yang wird von eigenen Aktionären und Vorstandsmitgliedern vorgeworfen, mit der Ablehnung des Microsoft-Angebots zur Komplettübernahme in Höhe von 45 Mrd. Dollar einen folgenschweren Fehler begangen zu haben. Ein Teilangebot, das den Kauf der Suchmaschine für eine Mrd. Dollar und Investitionen in Yahoo-Aktien in Höhe von acht Mrd. Dollar vorsah, wurde von Yang ebenso abgelehnt. Als Ursache für die regelrechte Manager-Flucht aus dem Konzern werden die unnachgiebige Haltung des CEOs und die Werbekooperation mit dem Konkurrenten Google genannt. Dadurch sei wiederum die derzeit schwache Performance der Aktie ausgelöst worden. Erstmals seit 31. Januar hat das Yahoo-Papier am Freitag mit einem Minus von 3,26 Prozent wieder unter einem Wert von 22 Dollar (21,99 Dollar) geschlossen. (pte)


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