Der US-Bierhersteller Anheuser-Busch versucht sich als die Biermarke für patriotische Amerikaner zu positionieren und kritisiert gleichzeitig die Konkurrenz. Mitbewerber wie SABMiller und Molson Coors werden aufgrund der "ausländischen" Eigentümer-Struktur angeprangert. Zusätzlich rühmt sich Anheuser-Busch, dass im Ausland erwirtschaftete Gewinne wieder in die USA zurückfliessen. Die Werbemittel mit diesen Informationen wurden laut New York Times an Anheuser-Busch-Retailer ausgegeben, in den eigenen Themen-Parks verteilt und in Bierkästen gesteckt.
In der Vergangenheit hat Anheuser-Busch via Werbung bereits zur Eigentümer-Struktur bei Miller Stellung bezogen und den Anteil an südafrikanischen Investoren angeprangert. Anheuser-Busch selbst rühmt sich mit der Tatsache, dass 95 Prozent der Unternehmens-Aktien im US-amerikanischen Besitz seien.
Laut Bloomberg ist jedoch Barclays of Britain einer der grössten Investoren bei Anheuser-Busch. Besser als die Konkurrenz will der Bierhersteller auch durch die positiven Effekte des Kaufs der "Harbin Brewery" in China sein. So könne das Unternehmen mehr Gewinne lukrieren und dann wieder in die USA zurückführen.
Bei Experten stösst dieser Kommunikationsauftritt auf Unverständnis. Für Anheuser-Busch kann diese Linie eine Gegenreaktion im US-Einzelhandel bewirken, da viele US-Bierverkäufer Immigranten sind. Auch bei den immer wichtiger werdenden Exportgeschäften sind die jetzt verwendeten Argumente hinderlich. Das Engagement in Übersee hat während der vergangenen Jahre beständig zugenommen. Im Jahr 2004 wurden ausserhalb der USA insgesamt 13.8 Mio. Fässer Bier verkauft. Dies waren um 64 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

