Die Marke Schweiz geniesst international nach wie vor einen guten Ruf. Gemäss einer Studie stehen Schweizer Produkte für Zuverlässigkeit und Qualität. Als innovativ und trendig gelten sie allerdings nicht. Dies geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Befragung von 7300 Personen aus 66 Ländern hervor, welche die Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit den Werbeagenturen htp St. Gallen und McCann Erickson durchführte.
Weltweit Nummer 1
Schweizer Produkte und Dienstleistungen geniessen weltweit einen exzellenten Ruf. Beim Gesamteindruck vermag keines der Vergleichsländer mit der Schweiz mitzuhalten. Knapp hinter der Schweiz folgen Japan und Deutschland. Mit grossem Abstand folgen die USA, Grossbritannien, Frankreich und Italien. Die aufstrebenden Wirtschaftsnationen Brasilien, China, Indien und Russland belegen die letzten Ränge.
Punkten kann die Schweiz insbesondere mit der Zuverlässigkeit, der Exklusivität und der Tradition. Hier belegt sie unangefochten die Spitzenposition. Auf den hinteren Plätzen liegt sie dagegen bei der Innovation, dem Preisniveau und dem Trendbewusstsein. Am innovativsten und trendigsten werden die Produkte aus Japan eingeschätzt.
Gutes Landesimage dank Produkten
Auch die Schweiz als Land wird von den Befragten positiv wahrgenommen. Das gute Image beruht in erster Linie auf Schweizer Marken von Produkten und Dienstleistungen, die auf das Land ausstrahlen. Wichtig für das positive Bild der Eidgenossenschaft sind aber auch die schönen Landschaften und die politische Stabilität.
Kritische Einschätzungen sind seltener. Während der eine Teil der Befragten die Schweizer Mentalität mögen, stört sich ein anderer Teil an der "spiessigen und distanzierten" Schweizer Bevölkerung. Bemängelt wird daneben die fehlende Weltoffenheit und das hohe Preisniveau. Zahlreiche Befragte stufen ausserdem die Aktivitäten des Finanzplatzes als zwielichtig ein.
Land der Banken und Uhren
Die Schweiz wird international stark mit einzelnen Wirtschaftsbranchen in Verbindung gebracht. Fällt der Begriff Schweiz, denken mehr als 80 Prozent an Banken. Dann folgt die Uhrenindustrie mit 79 Prozent. Schokolade und Käse folgen auf den weiteren Plätzen. Etwas überraschend ist der tiefe Stellenwert der Maschinenindustrie. Obwohl Schweizer Konzernen wie ABB, OC Oerlikon, Sulzer oder Georg Fischer zu den Schwergewichten der Branche gehören, bringen nur 9 Prozent der Befragten die Schweiz mit Maschinenbau in Verbindung.
Die Befragten in Europa, Amerika, Asien und Ozeanien sehen die Schweiz recht ähnlich. Die direkten Nachbarländer Frankreich und Italien beurteilen die Eidgenossenschaft am schlechtesten. Zudem gilt: Je höher die geographische Entfernung, desto klischeehafter die Einschätzung. (sda/Roger Braun)

