23.06.2005

ProMarca

Rudolf Strahm spricht an der GV -- Die Bilder

"Monsieur Prix" ruft zu mehr Importwettbewerb auf.

"Wettbewerb fördert Innovation und Wachstum, Preisüberwachung braucht es vor allem bei fehlendem Wettbewerb!" Preisüberwacher Rudolf Strahm kritisierte vor den Schweizer Markenartiklern die hohen Warenbeschaffungskosten. Die indirekten Importe über Importeure oder Alleinvertreiber seien preistreibende Faktoren für die Hochpreis-Insel Schweiz.

Wer in der Schweiz ein Auto kauft, bezahlt rund einen Fünftel mehr als in Deutschland. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Medikamenten. Generell liegt das Preisniveau in der Schweiz laut "Monsieur Prix" um 20 bis 30 Prozent höher als im EU Raum. Diese Differenz könne durch die höheren Löhne nicht kompensiert werden. Bezüglich Kaufkraft liege die Schweiz gerade einmal auf Platz 7 in Europa.

Warenbeschaffungskosten entscheidender Preistreiber

Die höheren Preise sind nur zum Teil "hausgemacht". Entscheidend seien die höheren Preise für Importprodukte durch Lieferanten im Ausland an Schweizer (Allein)-Importeure. "Das Ausland liefert schon viel teurer in die Schweiz als in EU-Länder" Strahm sprach sich für mehr Importwettbewerb und Parallelimporte sowie die Anpassung von regulatorischen Norm-Differenzen zwischen der Schweiz und der EU aus. Hoffnung setzt Strahm unter anderem in die Reform des Kartellgesetzes und die Einführung des sogenannten "Cassis de Dijon-Prinzips".

Mit Blick auf die Markenartikelindustrie prognostizierte Strahm vor allem einen zunehmenden Druck auf das mittlere Preissegment. "Die Markenartikel-Hersteller werden sich überlegen müssen, in welchem Preissegment sie sich positionieren möchten." Bei Produkten mit „Life-style-Attributen“ und Mehrwert durch Design oder Prestige ortet Strahm unter Umständen sogar noch Potenzial für Preiserhöhungen.

Gesamtleistung des „Systems Markenartikel“ kommunizieren

Der abtretende Promara-Präsident Dario Kuster sprach sich gegen eine eindimensional nur auf den Preis ausgerichtete Betrachtungsweise aus. Die alleinige Fokussierung auf den Preis gefährde mittelfristige die gesamte Wertschöpfungskette des Markenartikels. Die Mar-kenartikelindustrie habe es über die Jahrzehnte immer wieder erfolgreich geschafft, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und durch Innovationen die Marke zu stärken.

Eine Bildergalerie zur ProMarca-GV finden Sie unter


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