Der Markenartiklerverband Promarca hat anlässlich seiner Jahresversammlung Stellung genommen zum Gesetzgebungsprojekt "Swissness" des Bundesrates, das 2009 vom Parlament beraten wird. Der Verband begrüsst die Anstrengungen des Bundesrats zum Schutz der Marke Schweiz. Zugleich fordert er aber Ausnahmeregelungen für traditionelle Schweizer Unternehmen, die auch weiterhin das nationale Wappen einsetzen können sollten.
Von mehrfacher Seite Kritik geäussert wurde gegenüber der zunehmenden Nachfragemacht durch die beiden führenden Detailhändler Coop und Migros. Die Markenunternehmen würden sich in einer sehr bedenklichen Situation befinden, meinte etwa Unilever Schweiz-Chef Alex Seidel.
Der Präsident von Promarca, Alexander Jost, appellierte denn auch an die fast 100 Mitgliederunternehmen, sich Gedanken zum Wert ihrer Marken zu machen. Während Eigenmarken der Detailhändler in der Regel reine Nachahmerprodukte seien, liege die Chance der Markenunternehmen in ihrer Innovationsfähigkeit und in der Emotionalität der Bindung zu einer Marke.
Die geplanten staatlich verordneten Massnahmen, die laut Beamtenmeinung zu Einsparungen von 25 Prozent und mehr bei den Konsumentenausgaben führen sollen, bezeichnete Jost als Augenwischerei. "Solange zahlreiche Faktorkosten wie Löhne, Mieten, Energie, Verkehr, Post, Werbung, Qualitätsansprüche usw. in der Schweiz höher sind als in den Vergleichsländern, kann das bestehende Preisgefälle selbst bei identischen oder gleichwertigen Produkten niemals vollständig wettgemacht werden, so der Promarca-Präsident.
Ausserdem halte ein ruinöser Preiskampf eine abwärts gerichtete Preis- und Margenspirale in Gang, die bei einem stagnierenden Absatzvolumen, nur zu einer dramatischen Situation mit Auswirkungen auf Arbeitsplätze und auf die Produktion in der Schweiz führen könne.

