07.06.2005

Studie

Schweizer mehrheitlich zufrieden am Arbeitsplatz

Unzufriedenheit über ethisches Verhalten der Arbeitgeber.

Eine neue Untersuchung zeigt: Mehr als die Hälfte der Schweizer ArbeitnehmerInnen ist zufrieden am Arbeitsplatz. Weniger gute Noten erhalten Arbeitgeber für das ethische Verhalten sowie Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Die vom international tätigen Personalvermittler Kelly Services durchgeführte Meinungsumfrage "Kelly World at Work Survey“ hatte zum Ziel, die Zufriedenheit am Arbeitsplatz in 12 europäischen Ländern zu untersuchen. Befragt wurden mehr als 14'000 Personen aus verschiedenen Branchen zum Thema Einkommen, Stress, Arbeitszeiten, Verhältnis Arbeit/Freizeit, Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie das ethische Verhalten der Arbeitgeber.

Mit 53 Prozent steht die Schweiz bezüglich Zufriedenheit am Arbeitsplatz zusammen mit Italien an dritter Stelle. Die höchste Zufriedenheitsrate verzeichnet Skandinavien (68 Prozent), gefolgt von Frankreich, Italien und der Schweiz, Russland, Deutschland Grossbritannien, Spanien und den Benelux-Staaten.

Zufriedenheit variiert nach Branchen und Tätigkeit

In der Altersgruppe ab 45 Jahren ist die Zufriedenheit am höchsten, und sie steigt bei allen Altersgruppen mit der Anzahl Dienstjahre. Eine klare Mehrheit von 61 Prozent beurteilt den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit als gut, aber nur 37 Prozent der Befragten sind mit ihrem Einkommen einverstanden. 34 Prozent fühlen sich gestresst am Arbeitsplatz.

Nach Branchen analysiert, sind die höchsten Zufriedenheitsraten im Dienstleistungssektor, bei Behörden und Verwaltungen, in Produktionsbetrieben und im Detailhandel zu finden. Weniger gut schneiden das Ausbildungswesen und die Transportbranche ab. Nach Tätigkeitsgebieten stehen die Forschung mit 66 Prozent und der Bereich Human Resources mit 62 Prozent an der Spitze. Nur 46 Prozent der Kaderleute und 45 Prozent der Informatiker sind glücklich am Arbeitsplatz.

Schlechte Noten für ethisches Verhalten der Arbeitgeber

Was das ethische Verhalten betrifft, werden Schweizer Arbeitgeber im Vergleich zum übrigen Europa negativer beurteilt. Nur ein Drittel der befragten SchweizerInnen sind mit der Ethik einverstanden (Europa 44 Prozent). 36 Prozent der Befragten sind enttäuscht über ethische Normen und Praktiken ihrer Arbeitgeber.

Auch bezüglich der gebotenen Entwicklungs- und Ausbildungsmöglichkeiten schneidet die Schweiz schlechter ab. 47 Prozent der Befragten bemängeln die Entwicklungsmöglichkeiten im Job sowie das Weiterbildungsangebot.


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