10.08.2010

Google

Street View startet auch in Deutschland

Hausbesitzer können Gebäude unkenntlich machen.

Google will bis Ende des Jahr seinen Dienst Street View auch in Deutschland starten. Das Angebot mit der lückenlosen Darstellung von Strassenzügen und Häusern wird zunächst für 20 Städte zwischen München und Hamburg eingeführt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Mieter und Hausbesitzer erhalten vorher mit einem Online-Formular die Gelegenheit, ihr Gebäude unkenntlich zu machen. Diese Möglichkeit werde Anfang nächster Woche bereitgestellt, sagte ein Datenschutzbeauftragter von Google.

Neben dem Online-Widerspruch kann man auch mit einem Brief Einspruch gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen einlegen. Das Bild des entsprechenden Gebäudes wird dann nach Angaben von Google mit einer "Blurring"-Technik unkenntlich gemacht, so dass es nur noch schemenhaft zu sehen ist.

In Deutschland hatten die Pläne für Street View zu heftiger Kritik geführt. Bürger befürchten, das Angebot könnte für kriminelle Zwecke missbraucht werden, etwa für Einbrüche. Die Kritik wurde noch lauter, nachdem im Mai bekannt geworden war, dass bei den Kamerafahrten für Street View auch persönliche Daten aus ungesicherten WLAN- Netzen miterfasst und von Google gespeichert wurden. Das Unternehmen sprach anschliessend von einem Fehler. Die Daten seien wegen eines Programmierfehlers in den für Street View verwendeten Kameraautos versehentlich erfasst worden. In Österreich wurde der Dienst deshalb verboten.

In der Schweiz darf Google momentan keine neuen Bilder veröffentlichen. Kamerafahrten mit den Street-View-Autos sind allerdings weiterhin möglich, sofern die Route vorgängig bekannt gegeben wird. Auf diese Zwischenlösung haben sich der Eidg. Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür und der Internetkonzern geeinigt, bis ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vorliegt.

Thür strebt eine europäische Lösung an, wie mit den WLAN-Daten verfahren wird. Er hat nach eigenen Angaben bereits mit anderen europäischen Datenschutzbehörden Kontakt aufgenommen. Mit dem dreidimensionalen Fotodienst Google Street View können Benutzer kostenlos virtuell durch Städte surfen. Bei den Ansichten handelt es sich um 360-Grad-Panoramabilder, die mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen aufgenommen werden. Zusätzlich zu den Kameras kommen dreidimensionale Lasermessgeräte zum Einsatz. (sda)


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