16.09.2021

Soil to Soul

«Viele Menschen machen sich über die Ernährung Gedanken»

In Sihlcity findet bis am Samstag das Symposium Soil to Soul statt. Dabei geht es um nachhaltige Ernährung. Initiiert hat es jobs.ch-Gründer Thomas Sterchi.
Soil to Soul: «Viele Menschen machen sich über die Ernährung Gedanken»
«Ich möchte immer mehr und besser verstehen, woher mein Essen kommt und wie es hergestellt wird», sagt Thomas Sterchi, Veranstalter des Symposiums Soil to Soul. (Bild: zVg)
von Matthias Ackeret

Herr Sterchi, Sie veranstalten erstmals ein Soil-to-Soul-Festival. Was muss man sich darunter vorstellen?
«Soil» steht für den Boden und nachhaltige Landwirtschaft. «Soul» steht für das gesunde Sein, die Ernährung, die Verdauung und das gute Gewissen. Zudem geht es mir natürlich immer auch um Genuss. Wir bringen die Themen in den Zusammenhang mit Keynote-Speeches, Filmen, Podiumsdiskussionen und Genuss-Events.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, einen Anlass für nachhaltige und genussvolle Ernährung zu kreieren?
Durch den Aufbau unserer Farm in Portugal ist mir die Bedeutung einer Landbewirtschaftung, die den Erdboden nicht ausbeutet und verwüstet, die CO2-neutral oder negativ ist, für die Zukunft unserer Ernährung bewusst geworden. Ich möchte immer mehr und besser verstehen, woher mein Essen kommt und wie es hergestellt wird. Dieses Wissen hat einen physischen und psychischen Einfluss auf mein Wohlbefinden.

Sie liegen mit diesem Thema im Zeitgeist. Wird es von der Zielgruppe auch so aufgenommen?
Wir sprechen einerseits die «First Movers» als Konsumenten an, andererseits vor allem Menschen in landwirtschaftlichen, gastronomischen und Wellness-Gesundheitsberufen. Es ist die erste Ausgabe unseres Symposiums und wir sind noch am Lernen.

«Es geht um den wahren Wert der Lebensmittel»

Sie betreiben mit der «Rüsterei» selber ein Restaurant und besitzen – wie Sie soeben ausgeführt haben – eine Farm in Portugal. Inwiefern wenden Sie dort die Grundsätze von Slow Food an?
Wir gehen in der «Rüsterei» konsequent in Richtung Nachhaltigkeit. Beispielsweise kann sich der Gast über den CO2-Gehalt eines Menus informieren und dann selber entscheiden, was er isst. Auf «Terramay», unserer Farm, produzieren wir unsere Produkte zu 100 Prozent natürlich und saisonal und dies ohne Kompromisse. Dies mit dem Ziel, den Boden und das Ecosystem zu regenerieren.

Führt dies nicht zu einer Verteuerung der Nahrungsmittel?
Es geht um den wahren Wert der Lebensmittel. Wir entwickeln auch ein Projekt im Rahmen von «Soil to Soul», das eine Vollkostenrechnung für Nahrungsmittel ermöglicht. Hierbei muss man die Ressourcen unbedingt mit einrechnen, da diese vielfach nicht unendlich vorhanden sind. Und ja: Einzelne Nahrungsmittel sind zu billig. Dabei stellt sich auch die Frage: Wie teuer ist uns unsere Gesundheit?

Welche Auswirkungen hat Corona auf Ihre Veranstaltung?
Abgesehen von der Zertifikatspflicht keine allzu grossen. Ich glaube jedoch, dass sich gerade in den Lockdown-Zeiten ein Teil der Bevölkerung mehr Gedanken gemacht hat, wie und von was sie leben und wie sie sich in Zukunft ernähren wollen.

Auf welche Referentinnen und Referenten freuen Sie sich besonders?
Sarah Wiener. Als Gastronomin und Politikerin bringt sie ein paar wichtige Aspekte in diesem Themenbereich sehr gut auf den Punkt! Und natürlich auf meinen Freund Billy Wagner von meinem Berliner Lieblingsrestaurant «Nobelhart + Schmutzig».



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