14.10.2010

"Wir möchten noch zugänglicher werden"

Die Privatbank Julius Bär geht mit einem bekannten Schweizer in die Werbeoffensive. Der Finanzdienstleister ist eine Partnerschaft mit Simon Ammann eingeangen. Der Olympiasieger und Weltmeister im Skispringen wird in der Werbung zum neuen Aushängeschild. Im Gespräch mit "persoenlich.com" erklärt Marketing-Chef Stefan Laeng, warum sich Julius Bär mit Simon Ammann ein frisches und dynamisches Image verpassen möchte. Das Interview:
"Wir möchten noch zugänglicher werden"

Herr Laeng, in Zukunft wir der vierfache Goldmedaillengewinner Simon Ammann für die Bank Julius Baer Werbung machen. Was erhoffen Sie sich dadurch?

Simon Ammann passt ideal zu unserem Marketingkonzept und unserer Wachstumsstrategie im wichtigen Heimmarkt Schweiz. Er wird als einer der Botschafter von Julius Bär eine wichtige Rolle in der Kommunikation unseres Auftritts in der Schweiz spielen. Dabei setzt Simon Ammann mit seiner frischen und dynamischen Art einen zusätzlichen und unerwarteten Akzent.

Aber entspricht Simon Ammann überhaupt dem Image des Bank-Julius-Baer-Kunden?

Auf den ersten Blick kann unsere Zusammenarbeit sicher überraschen, aber genau das ist unsere Absicht. Simon Ammann ist als Spitzensportler höchst erfolgreich. Er teilt, als Athlet und als Person, zentrale Grundwerte mit Julius Bär; insbesondere die Schweizer Werte. Aber auch Vertrauen, Leidenschaft sowie die Ausdauer, herausragende Leistungen zu erbringen und hart für den Erfolg zu arbeiten, sind sowohl im Private Banking als auch im Skispringen von zentraler Bedeutung.

Wie genau werden Sie Simon Ammann einsetzen – wird er das neue Aushängeschild der Bank?

Nein, so weit geht die Partnerschaft nicht. Die Zusammenarbeit wird vor allem im Bereich der Werbung zum Ausdruck kommen. Simon Ammann wird als ein neuer Botschafter in unserer bestehenden Werbekampagne porträtiert. Diese zeigt bisher Persönlichkeiten, die eher unbekannt sind, in ihrem Fach jedoch herausragende Leistungen vollbringen. Mit Simon Amman öffnen wir bewusst den Fokus in unserem Marktauftritt in der Schweiz.

Signalisiert Ihre Bank mit dieser Kampagne auch einen Strategiewechsel?

Julius Bär ist heute an 15 Standorten in der Schweiz präsent, mehr als jede andere Privatbank. Unser Ziel ist, mit unserer erweiterten Dienstleistungspalette vermehrt auch jüngere und breitere Kundengruppen anzusprechen. Wir wissen zwar, dass unser Brand in der Schweiz sehr angesehen ist, möchten aber noch zugänglicher werden. Im Rahmen dieser Initiative ist Simon Ammann sowohl als erfolgreicher Sportler als auch als authentische und bodenständige Persönlichkeit ein idealer Partner für uns.

Werden Sie Simon Ammann weltweit einsetzen?

Primär wollen wir mit Simon Ammann in unsere Marketingstrategie in der Schweiz intensivieren. Es ist aber denkbar, dass wir ihn auch in anderen Märkten einsetzen, er ist ja bei weitem nicht nur in der Schweiz bekannt. Beispielsweise aus Asien haben wir bereits Interesse vernommen.

Wie passt dieses Engagement in die Sponsoring-Strategie von Julius Bär hinein? Polo ist ja Ihr Schwerpunkt im Bereich Sport.

Das stimmt. Polo ist und bleibt unser globaler Sponsoring-Schwerpunkt im Bereich Sport. Hier handelt es sich nicht um ein Sponsoringengagement - wir engagieren uns ja nicht im Skispringen - sondern um ein individuelles, lokales Engagement im Rahmen unserer bestehenden Werbekampagne mit den Persönlichkeiten, die in ihrer Disziplin für Excellence stehen. Wir zeigen dabei Simon Amman als Privatperson und nicht bei der Ausübung seines Sports.

Welche Agentur ist für die Umsetzung zuständig?

Wir arbeiten seit einiger Zeit erfolgreich mit Jung von Matt.

Wie und wo werden Sie Ihre Kampagne einsetzen?

Wir setzen sie vorerst in den führenden Schweizer Medien ein. Erstmals wird sie an diesem Wochenende in der Sonntagspresse zu sehen sein.

Wieviel kostet die Kampagne?

Dazu machen wir keine Angaben. Wir haben aber unser Medienbudget im Rahmen unserer Wachstumsstrategie in der Schweiz beträchtlich erhöht und werden mehr Präsenz zeigen.

Die UBS musste das Corbusier-Sujet zurückziehen. Haben Sie Simon Ammanns Risikofaktor im Vorfeld auch getestet?

Da besteht wohl weniger Gefahr. Zudem ist es einfacher, mit einer lebenden Persönlichkeit zusammen zu arbeiten, da weiss man schneller, woran man ist.

(Interview: Matthias Ackeret)

Julius Bär geht mit Simon Ammann auf Kundenfang


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