14.06.2009

SAV

11. Medienpreis geht an Dominique Strebel

Anwaltverband würdigt "Beobachter"-Redaktor.

Hauptgewinner des 11. Medienpreises des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) ist der Beobachter-Redaktor Dominique Strebel. Anlässlich des Anwaltskongresses 2009 in Luzern wurde dieser durch die Jury unter der Leitung von Alt-Nationalrat Franz Steinegger ausgezeichnet. Justizministerin Widmer-Schlumpf glaubt eine "operative Hektik" in der Strafrechtsdiskussion der Sommersession festgestellt zu haben. Anschliessend diskutierte sie in einem Podium mit Katja Gentinetta, Vize-Direktorin bei Avenir Suisse, Thomas J. Jordan, SNB-Direktionsmitglied und weiteren Teilnehmern. Überdies wählte der SAV mit Brenno Brunoni einen neuen Präsidenten und beschloss erstmals die Durchführung einer schweizweiten Werbekampagne.

Ohne rechtliches Urteil wiesen die Behörden die Jugendlichen in die Strafvollzugsanstalt Hindelbank ein - ein traumatisches Erlebnis für die drei Frauen im Alter von 16, 17 und 19 Jahren. Rund 40 Jahre später verlieh ihnen Dominique Strebel eine Stimme. "Seine Artikel hinterfragen das Funktionieren des Rechts", lobte die Jury die journalistische Leistung des Beobachter-Redaktors und würdigte ihn mit dem Hauptpreis. Der Einspruch gegenüber dem eigenmächtigen Handeln einiger Behörden beeindruckte die Jury unter der Leitung von Jurypräsident Franz Steinegger. Der Preisträger durfte 6'000 Franken und eine Plastik des Basler Künstlers René Küng entgegennehmen.

Dieses Jahr vergab der SAV auch zwei mit jeweils 2'000 Franken dotierte Nebenpreise: Im Bereich TV wurde Rundschau-Redaktorin Elvira Stadelmann für den Beitrag "Die Parkhausmörderin" mit 2'000 Franken bedacht. Mit ihrem Film aus der DOK-Serie "Wenn Frauen töten" sei ihr Dramatik gelungen, welche jedoch gänzlich auf voyeuristische Elemente verzichtet. Die Jury lobte die Substanz, welche die Journalistin aufgrund des Einbezugs vieler Informationsquellen wie Polizisten, Psychiater oder hohe Beamte zu vermitteln wusste.

Im Bereich Radio zeichnete die Jury die DRS1-Sendung "100 Jahre ZGB" und damit die Redaktoren Regula Zehnder und Christian Schmid ebenfalls mit einem über 2'000 Franken dotierten Nebenpreis aus. Es sei den beiden Journalisten ausgezeichnet gelungen, die Bedeutung dieses Gesetzgebungswerkes in Erinnerung zu rufen, meinte der Jurypräsident Franz Steinegger und wünschte sich, "der Ablauf der Gesetzesberatung könnte auch für das heutige Bundesparlament Vorbild sein".


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