
Was "cash" bereits ankündigte, ist nun Realität. Die "Basler Zeitung" baut massiv ab. Neben den technischen und organisatorischen Sparmassnahmen werden insgesamt 22 Vollstellen abgebaut. Acht Mitarbeitende sind von der Kündigung betroffen. Wie das Unternehmen mitteilt, hält man weiterhin am Konzept der 4-Bund-Zeitung fest. Einzig der Samstags-Bund "Wochenende" wird eingestellt.
Jetzt ist es offiziell: Wie die Basler Zeitung Medien in einer Mitteilung schreibt, bleibt auch das Basler Medienunternehmen nicht vor den Folgen der allgemeinen Wirtschaftskrise und der sinkenden Erträge verschont. Der Verwaltungsrat der Basler Zeitung Medien hat heute an einer Sitzung ein umfassendes Massnahmenpaket beschlossen. Ziel der Aktivitäten sei die Erhaltung des bisherigen Qualitätsstandards der "Basler Zeitung" -- verbunden mit einer realistischen Anpassung der Kosten im Produktions- und Stellenbereich.
Das heisst konkret: Neben den technischen und organisatorischen Sparmassnahmen werden insgesamt 22 Vollstellen abgebaut. Acht Mitarbeitende sind von der Kündigung betroffen. In allen anderen Fällen erfolgt die Reduktion durch natürliche Abgänge und Frühpensionierungen. Ein Sozialplan liege vor.
Die "Basler Zeitung" wird vorerst nicht ausgedünnt. Sie wird nach der Reorganisation weiterhin als 4-Bund-Zeitung in bewährter Blattstruktur erscheinen. Ebenfalls unverändert bleibt das Kulturmagazin im Tabloidformat. Am Erscheinungsbild der kürzlich zur schönsten Regionalzeitung Europas gekürten "BaZ" wird auch festgehalten.
Von den Sparmassnahmen betroffen ist der Samstags-Bund "Wochenende", der per Ende Februar eingestellt wird. Einzelne Rubriken und Gefässe würden allerdings ins normale Redaktionsangebot übernommen. Das "Magazin" erscheint weiterhin als Beilage zur abonnierten Samstag-Auflage.
Kritik am massiven Stellenabbau
Der Stellenabbau stösst nicht auf Verständnis. Die Redaktion der "Basler Zeitung" reagiert mit Bestürzung auf den Abbau und akzeptiert den vorgelegten Sozialplan nicht. Dies habe eine Versammlung mit 91 Redaktionsmitgliedern einstimmig beschlossen. Sie fordert mehr Solidarität von der Unternehmensleitung, diese solle mit der Angestelltenvertretung "einen fairen Sozialplan" aushandeln. Kritisiert wird unter anderem, dass der für Frühpensionierungen annehmbare Sozialplan für Entlassene "deutlich schlechtere" Bedingungen beinhalte als jener der letzten Sparrunde vor fünf Jahren.
Die Redaktion appelliert an die soziale Verantwortung der Verlegerfamilie Hagemann. Der Print-Arbeitsmarkt habe sich massiv verschlechtert. Die Redaktion sorgt sich auch um die Zukunft ihres Blattes: Mit einem Fünftel weniger Stellen könne das bisherige Angebot nicht beibehalten werden. Sie sei gespannt auf die Vorstellungen der Chefetage, wie denn die "Basler Zeitung" künftig unter den neuen Voraussetzungen aussehen soll.
Die Mediengewerkschaft comedia ist seit mehreren Wochen in engem Kontakt mit der betroffenen Redaktion und der Redaktionskommission. Wie die Gewerkschaft in einer Mitteilung schreibt, sichere sie ihnen weiterhin ihre Solidarität und volle Unterstützung zu. An der gestrigen Vollversammlung hat die Redaktion mit Hilfe der Gewerkschaften ein Forderungspaket verabschiedet, das sich an früheren Sozialplänen für Redaktionen orientiert.
Auch impressum ist enttäuscht und bezeichnet das Vorgehen der Basler Zeitung Medien (BZM) in einem Communiqué als überstürzt. Zudem sei der bestehende Sozialplan nicht für die Redaktion vereinbart und weder mit der Vertretung der Redaktionsmitarbeitenden (Redaktionskommission) noch den Verbänden impressum und comedia ausgehandelt worden. Er sei nicht auf die spezifischen Verhältnisse der Journalisten zugeschnitten. Er wurde laut impressum insbesondere für das Druckereigewerbe der BZM ausgehandelt.

