08.11.2005

Cablecom

Abbau von 260 Stellen

Konsequente Strategieumsetzung.

Die Übernahme durch den US-Konzern Liberty schlägt bei Cablecom bereits hart durch. Einen Tag nach dem Abgang von Konzernchef Bruno Claude kündigte der grösste Schweizer TV- Kabelnetzbetreiber den Abbau von 260 der 1750 Stellen an. Damit gehen 15 Prozent der Arbeitsplätze verloren. 80 Angestellte würden bereits bis Ende Dezember dieses Jahres die Kündigung erhalten, teilte Cablecom am Dienstag mit.

Der grösste Teil solle durch natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen abgebaut werden, sagte Cablecom-Sprecher Stephan Howeg auf Anfrage. Cablecom werde das Möglichste tun, um die Entlassungen auf ein Minimum zu beschränken, äusserte sich Managing Director Rudolf Fischer.

Die Streichung betreffe die Bereiche Netzwerkmanagement, Technologie, technische Unterstützung und das obere Management. Dort habe man nach der Übernahme durch Liberty "Synergiepotenzial" entdeckt. Allerdings würden nicht ganze Abteilungen geschlossen und an Liberty ausgelagert, sagte Howeg.

Wer seinen Job verliert, ist noch nicht bekannt. Die Betroffenen seien noch nicht informiert, sagte Howeg. "Wir haben die Bereiche definiert und ungefähr, welche Stellen es trifft." Eine definitive Entscheidung falle nach den Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Cablecom habe ein Betreuungszentrum, eine Jobbörse und einen Sozialplan für die Betroffenen eingerichtet.

Scharfer Wettbewerbsdruck

Überdies begründete Cablecom den Arbeitsplatzabbau mit dem Druck, sich an den scharfen Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche mit den immer kürzeren Produktezyklen und immer schnellerem technischen Fortschritt anpassen zu müssen. Cablecom sei in den letzten Jahren stark gewachsen.

Seit 2003 habe der TV-Kabelnetzbetreiber 400 neue Stellen geschaffen. Nun soll offensichtlich die Produktivität gesteigert werden. Der Stellenabbau sei bereits vor zwei Monaten angeschoben worden, noch bevor die Entscheidung über einen Börsengang oder einen Verkauf von Cablecom gefallen sei, hiess es.

Ziele bleiben unverändert


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