Unter dem Titel "Rettet sie, die Alte Tante!" berichtet Ex-NZZ-Redaktorin Daniele Muscionico auf den Schweizer Seiten der aktuellen Ausgabe des deutschen Wochenblattes "Die Zeit" vom Niedergang der Alten Tante "NZZ". Sie beklagt dabei vor allem die Machtübernahme von CEO Albert Stäheli und Verwaltungsratspräsident Conrad Meyer und hält fest, dass die Leitung der Traditionszeitung den Übergang in die internetgesteuerte Neuzeit verschlafen habe.
"Noch bis vor wenigen Jahren waren wir betört von der eigenen Bedeutsamkeit und von der unverrückbaren Position des Unternehmens, das unser geistiges Zuhause war. Dieses Haus wollte und würde man bis zum letzten Mann verteidigen", schreibt sie. An ein Leben nach der "NZZ" sei früher für die auserwählte Belegschaft gar nicht zu denken gewesen. Mit dieser Einstellung sei es nun vorbei. Sogar Wirtschaftschef Gerhard Schwarz - "das ordnungspolitische Gewissen der Zeitung" - verlässt auf Ende Jahr das Unternehmen.
Auf Druck des Verwaltungsrates sei die Zeitung seit acht Jahren vor allem mit Abbau beschäftigt. "Auf das Primat der Publizistik folgt das der industriellen Logik. Und Chefredaktor Markus Spillmann, der Zerrissene, im neuen Führungsmodell faktisch zum Schriftleiter des Blattes ohne Budgetkompetenz degradiert, führt unten aus, was man oben erwartet". Doch lesen sie hier selbst, was Muscionico in ausführlichen Worten über ihren ehemaligen Arbeitgeber zu sagen hat.

