Im Hinblick auf die Medienkonvergenz und auf den Bau des in Chur geplanten neuen Medienhauses geben sich die Südostschweiz Medien eine neue Struktur. Das Unternehmen wird nicht mehr in den bisherigen Firmen-Einheiten geführt, sondern neu nach Sparten gegliedert. Hanspeter Lebrument konzentriert sich künftig auf seine Rolle als Verleger und Verwaltungsratspräsident. Neu wird die Stelle eines Vorsitzenden der Unternehmensleitung und CEO geschaffen, der für die operative Führung zuständig ist. Als CEO wurde der bisherige Publizistische Direktor und frühere Chefredaktor der "Südostschweiz", Andrea Masüger, bestimmt. Sein Stellvertreter ist CFO Alois Bearth.
Die neue Unternehmensleitung besteht aus den Sparten Print / Online / Publizistik (Leitung Andrea Masüger), Radio / TV (Silvio Lebrument), Verkauf / Marketing / Verlag (Susanne Lebrument), Produktion / Vertrieb (Toni Thoma) und Finanz- und Rechnungswesen / Personal (Alois Bearth). Zuständig für den Bereich Unternehmensentwicklung in der Unternehmensleitung ist Lukas Joos. Hanspeter Lebrument gibt damit nach fast 40-jähriger Tätigkeit im Medienunternehmen, davon 28 Jahre als Chef des Unternehmens, seine operative Tätigkeit in jüngere Hände.
Mit der Ablösung Lebruments auf der obersten operativen Unternehmensentage wird auch ein Generationenwechsel eingeleitet. Die beiden Söhne des Verlegers und seine Tochter sind bereits in der Unternehmensleitung und der Redaktion tätig.
Anpassung an andere Medienhäuser
Bei den Südostschweiz Medien werde das nachvollzogen, was in anderen Schweizer Medienhäusern bereits geschehen sei, die Trennung von der strategischen und der operativen Ebene, sagte Lebrument auf Anfrage. Er habe sich angepasst, Doppelfunktionen wie er sie ausgeübt habe, gebe es in den grossen Medienhäusern nicht mehr. Andrea Masüger habe die Führung des Unternehmens übernommen, weil er bei der Planung des neuen Medienhauses ein leitender Kopf sei, erklärte Lebrument. Das Medienhaus sei eine eigentliche Zäsur. Bei dessen Bezug werde er 71 Jahre alt sein.
Lebrument hat eine steile Karriere hinter sich. Das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" bezeichnete ihn Ende letzten Jahres als mächtigsten Medienmanager der Schweiz. In den Journalismus wechselte der gelernte Primarlehrer am 1. Mai 1964, als er beim "St. Galler Tagblatt" eine Stelle als Nachrichtenredaktor antrat. Am 1. September 1971 ging er nach Chur in dasjenige Unternehmen, das einmal Südostschweiz Medien heissen sollte. Er nahm seine Arbeit als Auslandredaktor bei der damaligen "Neuen Bündner Zeitung" auf. (sda/per)

