Nach dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts gegen das Privatradio Energy Zürich spitzt sich die Debatte zu: Am Freitag sagte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument , er sei "bestürzt und wütend", der Staat habe ein Medienverbot erlassen. Martin Dumermuth, Direktor des Bundesamts für Kommunikation (Bakom), widerspricht: "Ich finde es heikel, wenn sich der Präsident eines wichtigen Verbandes zu solchen Äusserungen hinreissen lässt." Das Gericht habe lediglich ein Verfahren bestätigt: "Herr Lebrument kennt die Spielregeln sehr genau, sie sind unter Mitwirkung aller Beteiligten definiert worden."
Der Sender Energy muss den Betrieb Ende Jahr einstellen, weil er bei der bundesrätlichen Neuvergabe der UKW-Frequenzen leer ausging und auch vor Gericht unterlag. Heute Montag trifft Dumermuth Energy-Verantwortliche, die eine Übergangsfrequenz erwirken wollen, bis eine gewinnbringende Verbreitung mittels DAB-Technik möglich sein wird.
"Wichtigste Voraussetzung wäre, dass jene Sender, die eine Konzession erhalten haben, damit einverstanden sind», sagt Dumermuth. Das ist jedoch unwahrscheinlich: "Eine sogenannte Übergangslösung wäre grotesk, damit würde das ganze bisherige Verfahren zur Farce", sagt Radio-1-Inhaber Roger Schawinski. Auch der Tamedia-Konzern, dem Radio 24 und die "SonntagsZeitung" gehören, winkt ab: "Ökonomisch gibt es im Raum Zürich keinen Platz für eine zusätzliche UKW-Frequenz", sagt Sprecher Christoph Zimmer. (Quelle: SoZ)

