Die SF-Soap "Tag und Nacht" kam nicht nur bei den Zuschauern nicht wie gewünscht an, sondern führte zu allem Übel auch noch zu einem Aufsichtsverfahren durch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom). Es bestand die Vermutung, dass der Sender durch das Platzieren von Heilmittel-Produkten in der Serie unerlaubte Schleichwerbung betreibt.
Doch nun traf am Leutschenbach frohe Kunde aus Biel ein. Das Bakom hat das Verfahren eingestellt. Dies weil SF glaubhaft dargelegt habe, dass in der fraglichen Sendung keine echten Heilmitteil gezeigt, sondern lediglich Fantasieprodukte platziert wurden. Da diese keinerlei Rückschlüsse auf real existierende Arzneimittel ermöglichen, sehe das Bakom keine Veranlassung das Verfahren fortzusetzen.
Untersuchungsgegenstand waren Medikamentenpackungen, die "Tag und Nacht" von der Generika-Firma Helvepharm zur Verfügung gestellt wurden. Das Unternehmen bezahlte zudem einen fünfstelligen Sponsoringbetrag und wurde von SF als Sponsor deklariert. Es stellte sich nur das Problem, dass die Firma aufgrund von heilmittelrechtlichen Vorgaben, die für das Fernsehen gelten, nicht mit Medikamenten in der Serie auftreten darf, die mit einem Pflichthinweis versehen werden müssen.
Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung erklärte Helvepharm-Marketingleiterin Christina Kobi gegenüber "Sonntag", die Packungen in der Serie würden zwar den realen Helvepharm-Medikamenten gleichen, seien aber nicht ganz identisch. "Farbkombinationen, Namen und Dosierungen stimmen mit den Originalmedikamenten nicht überein." Somit sei der Auftritt juristisch nicht heikel. Zu diesem Schluss ist das Bakom nun offensichtlich auch gekommen.

