18.05.2010

"Basler Zeitung"

Bald dritt-teuerste Zeitung des Landes

Preis für E-Paper-Abo sinkt dagegen um 17,4 Prozent.

Die "Basler Zeitung" (BaZ) erhöht ab 1. Juli 2010 sowohl ihren Abotarif als auch den Einzelverkaufspreis am Kiosk. Dies teilte sie kürzlich ihren Lesern mit. Das Jahresabo der BaZ auf Papier wird demnach von heute 368 Franken auf 389 Franken angehoben (+5,7 Prozent). Am Kiosk bezahlt man künftig für ein BaZ-Exemplar 2.80 Franken statt 2.50 Franken (+12 Prozent). Der Verlag begründet diese "moderate Anpassung" mit "massiv gestiegenen Papierpreisen und sinkenden Mengenerträgen".

Anders als viele andere Tageszeitungen hatte die BaZ ihre Preise anfangs Jahr nicht erhöht, nun zieht sie also nach. Der Sprung von 5,7 Prozent beim Abo ist aber keineswegs "moderat", sondern entspricht dem kräftigsten Aufschlag der Branche. Bisherige Rekordhalterin bei der Preisrunde zu Jahresbeginn war die "Neue Luzerner Zeitung" mit einem Plus von 5,3 Prozent ("persoenlich.com" berichtete).

Doch nicht nur das: Mit dem Preisaufschlag wird das BaZ-Abo das drittteuerste Zeitungsabo in der Schweiz. Mehr bezahlt man zur Zeit nur noch für die NZZ (512 Franken) und den Bund (398 Franken). Zwar kosten auch die "Neue Luzerner Zeitung" sowie einige Titel der "MittellandZeitung" ähnlich viel oder gar mehr (388 bis 399 Franken), aber dann ist eine siebte Ausgabe im Preis inbegriffen – im Gegensatz zur BaZ, die keine Sonntagsausgabe hat. Kommt dazu, dass die BaZ nun um 31 Franken teurer ist als ihre direkte Konkurrentin "Basellandschaftliche Zeitung", die ohne Sonntag 358 Franken kostet.

Mit der Abopreiserhöhung macht BaZ-Verleger Martin E. Wagner Ernst mit seiner Ankündigung, künftig die BaZ-Leser stärker zur Kasse zu bitten – quasi als Gegenleistung dafür, dass er ihnen vor drei Monaten die BaZ als eigenständiges Blatt erhalten hat. Gegenüber "persoenlich.com" sagte er damals: "Wenn die Basler verstehen, dass der Verlust ihrer Zeitung im letzten Moment verhindert wurde, dann haben wir vielleicht einen etwas andern Approach: dass man diese Zeitung halt doch kauft und liest, dass man zu ihr Sorge trägt und bei ihr inseriert. Ich erwarte eine gewisse Unterstützung." Nun wird sich also weisen, ob die Basler Wagner wirklich so dankbar sind, wie er sich dies erhofft.

Nebenbei: Die BaZ senkt auch einen Tarif – denjenigen für das E-Paper-Abo. Statt wie bisher 276 Franken kostet dieses künftig noch 228 Franken (-17,4 Prozent). Die Begründung: "Wir möchten den Kostenvorteil bei der Distribution unseres E-Papers künftig besser berücksichtigen." Das Zeitalter von iPad und anderen Tablet-PCs lässt grüssen.

(Text: Markus Knöpfli)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen