Die Gewinnerin des Prix Courage 2005 der Zeitschrift Beobachter heisst Lea Saskia Laasner aus Winterthur. Sie wurde ausgezeichnet, weil sie sich aus den Fängen einer Sekte löste und danach den Gang an die Öffentlichkeit wagte. Der Publikumspreis geht an den Steffisburger Stephan Schmutz. Er hatte den Tsunami vom 26. Dezember 2004 in Sri Lanka erlebt und danach spontan und mit eigenem Geld Hilfe für rund 3000 Menschen organisiert.
Lea Saskia Laasner habe "soviel Mut mobilisiert, wie die meisten von uns in einem ganzen Leben nicht brauchen", begründete der neue Jury-Präsident Franz Hohler den Entscheid, den mit 25 000 Franken dotierten Preis an die junge Winterthurerin zu vergeben.
Lea Saskia Laasner war von ihrer Familie im Alter von zwölf Jahren in eine Sekte in Mittelamerika mitgenommen worden, wo sie vom Guru jahrelang missbraucht wurde. Vor drei Jahren flüchtete sie zurück in die Schweiz. Hier verarbeitete sie ihre Erlebnisse gemeinsam mit dem Sektenspezialisten Hugo Stamm im Buch "Allein gegen die Seelenfänger".
Ungewöhnlich und mutig gehandelt hat auch Stephan Schmutz. Der Badmeister aus Steffisburg BE erlebte am 26. Dezember 2004 in Sri Lanka den Tsunami. Statt wie die übrigen Touristen abzureisen, bezog Schmutz seine Ersparnisse, mietete einen Lastwagen samt Fahrer und organisierte Lebensmittel und Trinkwasser für rund 3000 Menschen. Für diese Tat konnte Schmutz aus den Händen von Beobachter-Chefredaktor Balz Hosang den mit 10 000 Franken dotierten Publikumspreis in Empfang nehmen. Zum Sieger gekürt hatten ihn die Leserinnen und Leser des Beobachters sowie -- erstmals -- das Publikum der Sendung "Quer" von SF DRS.

