21.09.2009

Italien

Berlusconi-Kritiker Travaglio gründet Zeitung.

"Il Fatto" erscheint täglich.

Nicht alle lassen sich von der Krise in der Medienbranche einschüchtern: Journalist Marco Travaglio, einer der schärfsten Kritiker des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, gründet jetzt gar eine neue Zeitung: Das Blatt "Il Fatto" (Das Ereignis) erscheint ab Mittwoch täglich. Chefredaktor ist der Journalist Antonio Padellaro, der bereits die linke Tageszeitung "L'Unita" geleitet hatte. Mit ihm werden der Ex-Chefredaktor von "L'Unita", Furio Colombo, sowie die Journalisten Travaglio und Pietro Gomez die Zeitung leiten.

Travaglio ist in Italien mit seinen Büchern und Artikeln gegen Berlusconis Interessenskonflikte zum Bestseller-Autor avanciert. 28'000 Leserinnen und Leser haben "Il Fatto" bereits abonniert. Das 16-seitige Blatt wird sechs Tage pro Woche erscheinen und 1,20 Euro kosten. "In einer Phase, in der die italienischen Medien von Berlusconi unter Druck gesetzt werden, reagieren die Journalisten, die an die Medienfreiheit glauben, mit einer konkreten Initiative. Wir wollen eine scharfe Opposition zum Ministerpräsidenten sein", sagte Chefredaktor Padellaro. Das Blatt will dem Internet eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Täglich soll sich eine Seite mit dem Thema der Entwicklung des Webs befassen. (sda)


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