In einem Interview mit der "Mittelland Zeitung" meinte Verleger Michael Ringier, für die Verlage sei es unsinnig, alle Inhalte gratis ins Internet zu stellen. Das werde sich auch bei Ringier ändern ("persoenlich.com" berichtete.
Ganz anderer Meinung sind die Medienmanager in Deutschland. Paid Content ist für sie kein wirksames Instrument, um im Internet Geld zu verdienen. Die deutschen Verlage sind weiter auf der Suche nach Finanzierungsmodellen und erteilen bezahlten Inhalten eine Absage. So lautet das Fazit einer Diskussionsveranstaltung von news aktuell in Frankfurt.
"Mit Paid Content Geld zu verdienen, war vor einigen Jahren ein schöner Traum. Jetzt stellen sich einige hin und sagen, wir wollen diesen Traum nochmal träumen. Auch die werden wieder aufwachen und merken, dass es nicht funktioniert", prophezeite Chefredakteur Dr. Uwe Vorkötter von der Frankfurter Rundschau. Er betonte dagegen, dass grosse Verlage stärker als bisher auf Synergieeffekte setzen müssen. Immerhin da ist Ringier gleicher Meinung. Gegenüber der MZ meinte er, die Zukunft gehöre sowohl dem Internet als auch den Zeitungen, sie liege in einer Vernetzung mehrerer Medien.
Auch Frank Thomsen, Chefredakteur von stern.de, ist nicht der Meinung, dass Bezahlinhalte eine Möglichkeit sind, die Internetangebote der Verlage in Zukunft profitabel zu machen. "Ich glaube nicht, dass es in Deutschland ein Kartell für Paid Content geben wird. Und wir werden da auch nicht vorpreschen. Das wäre Selbstmord." Thomson apellierte vielmehr an die Branche, mehr Augenmerk auf ihr Kernprodukt zu legen. "Wir dürfen nicht ausschliesslich über Geld reden. Nur wenn wir guten Journalismus machen, werden wir überhaupt die Chance haben, gekauft zu werden."

