Die ägyptischen Behörden haben im Tumult um die Mohammed-Karikaturen die aktuellen Ausgaben des Spiegel und des Focus verboten. Beide Magazine hatten einige der umstrittenen Cartoons veröffentlicht und dürfen nun innerhalb Ägyptens nicht mehr verkauft werden. Während die unterschiedlichen Protest-Aktionen in der islamischen Welt offenbar kein Ende nehmen wollen, zeigt man sich beim Spiegel relativ entspannt. "Wir haben das Verbot zur Kenntnis genommen. Ein bisschen wundern wir uns schon, da es in Ägypten selbst eine Zeitung gab, die die Karikaturen abgedruckt hatte", erklärte Spiegel-Sprecher Hans-Ulrich Stoldt gegenüber pressetext.
Der Spiegel habe nur in kleiner Form dokumentiert, worum es geht und sei längst nicht unter den ersten gewesen. Wirtschaftlichen Schaden muss das Magazin auch nicht befürchten, da seine Auflage in Ägypten ohnehin relativ bescheiden ist. "Persönlich kann ich die Aufregung nachvollziehen, aber da ist einiges auf beiden Seiten aus dem Ruder gelaufen", so Stoldt. Beschwerden von in Deutschland lebender Muslime seien beim Spiegel jedenfalls nicht eingegangen.
Nach jüngsten Angaben eines Spiegelkorrespondenten habe sich der zuständige Sprecher des staatlichen Informationsservice in Ägypten bereits für das Vorgehen entschuldigt, erlärte Stoldt gegenüber pressetext. In Ägypten freue man sich nach Aussagen des Sprechers schon auf die nächste Spiegelausgabe.

