Die Universität Zürich schafft das Hauptfach "Schweizer Geschichte" ab. "Wo bleibt die Schweiz an der Uni?" frage danach Tages-Anzeiger-Redaktor Philipp Gut besorgt. Er beschrieb den Entscheid der Uni "als Symptom eines grösseren Problems" -- der Frage nämlich, ob die Schweiz angesichts der vielen deutschen Akademiker an der Uni überhaupt noch zähle. Mit seinem Artikel löste Gut eine Debatte aus, die in der rechtslastigen Weltwoche mit Dankbarkeit Aufnahme fand. Markus Somm verglich das, was an der Uni geschieht mit den Eitelkeiten von Bundesrat Leuenberger: Auch diese "linken" Professoren seien kritikresistent und von zehn Jahren linker "Hegemonie" verfettet. In der selben Ausgabe liess sich freilich auch der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli nicht lumpen und forderte mehr Patriotismus von den Historikern.
Heute Mittwoch holte nun Philipp Sarasin, Professor am Historischen Seminar der Universität Zürich im Kulturteil des Tages-Anzeiges zum Gegenschlag aus -- und wie. Redaktor Gut habe verschwiegen, was selbst Markus Somm aufgefallen ist: Nämlich dass von den 1327 Hauptfachstudierenden in allen Geschichtsfächern genau drei das Hauptfach Schweizer Geschichte belegten. "Philipp Gut weiss das -- und dennoch tut er so, als sei die 'Zurückstufung' der Schweizer Geschichte ein 'Symptom eines grösseren Problems'", wettert der Professor und erfolgreiche Buchautor.

