23.09.2009

Energy Zürich

Bundesamt für Kommunikation offen für Diskussionen

Zukunft liegt in den Händen der Konkurrenz.

Die Zukunft von Radio Energy liegt in den Händen seiner Konkurrenz. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zeigt sich offen für eine UKW-Übergangslösung - aber nur, wenn die anderen Privatradios im Grossraum Zürich damit einverstanden sind. "Wir sind offen für Diskussionen", sagte Caroline Sauser, Sprecherin des BAKOM, am Mittwoch auf Anfrage der SDA. Das Amt habe sich am Montag mit Ringier, dem Besitzer von Radio Energy, getroffen und Ideen ausgetauscht. Energy habe dabei erneut für eine UKW-Übergangslösung plädiert.

Für das Bundesamt ist der Fall aber eigentlich entschieden. "Die Spielregeln waren klar", sagte Sauser weiter. Radio 1, Radio 24 und Radio Zürisee hätten eine Konzession erhalten. Es gehe jetzt um die Meinung der anderen Privatradios in Zürich, sagte Sauser. "Sind alle einverstanden, haben wir von Seiten des BAKOM nichts dagegen." Die Frage sei aber etwa, ob die anderen Akteure bereit seien, den Werbekuchen mit einem vierten Teilnehmer zu teilen. Ringier müsse diese Gespräche jetzt führen.

Ringier möchte mit der Übergangslösung so lange eine UKW-Frequenz für Radio Energy, bis dereinst ein nahtloser Wechsel zur digitalen Technologie DAB+ möglich ist. Für eine vierte UKW-Frequenz im Raum Zürich müsste die SRG etwa DRS2 verschieben - wozu sie gemäss Ringier auch bereit wäre.

Die anderen Zürcher Radioveranstalter zeigen wenig Interesse an einer Übergangslösung für Energy. Das Konzessionsverfahren sei nun nach beinahe zwei langen Jahren abgeschlossen worden, sagte Radio-1-Chef Roger Schawinski auf Anfrage. "Jetzt das Resultat in Frage zu stellen, würde es zur Farce degradieren." Nicht weiter kommentieren wollte die Sache am Mittwoch die Tamedia, Besitzerin von Radio 24. Deren Sprecher Christoph Zimmer verwies auf Anfrage aber auf bereits erfolgte Stellungnahmen etwa in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom Mittwoch.

Dort verweist Tamedia darauf, dass es im Raum Zürich bereits ein Dutzend Radiosender gebe. "Eine weitere Segmentierung ist nicht tragbar", sagte Zimmer. Auch Giuseppe Scaglione von RMC kann sich eine Übergangslösung nicht vorstellen. "Das ist unrealistisch", sagte er gegenüber der SDA. Zudem wäre sonst das ganze bisherige Verfahren überflüssig gewesen. (sda)


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