Die technische Weiterentwicklung des Digitalradios in der Schweiz stellt das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) vor neue Herausforderungen. Vos seiner heutigen Rolle als Gestalter will es sich allmählich auf jene als Bewahrer des Service public zurückziehen. "DAB+ hat zwei Welten zusammengebracht" - SRG und private Veranstalter, sagte Marcel Regnotto, Leiter Sektion Medien im Bakom, am Mittwoch in Zürich vor den Medien. In einer Art Joint Venture bauten sie zum ersten Mal gemeinsam eine Netzinfrastruktur auf.
Der Start von DAB+ stehe aber auch für den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft. Für das Bakom als Regulator, aber auch für die Veranstalter bedeute dies, dass sie ihre heutigen Rollen überdenken müssten. Laut Regnotto hatte das Bakom bislang vor allem einen "Mangel an Verbreitungswegen" - Stichwort: begrenzte UKW-Frequenzen - zu verwalten. Die Digitaltechnologie habe diesen Mangel in einen Überfluss verwandelt.
Das Bakom werde sich zukünftig von seiner heutigen Funktion als "allgegenwärtiger Gestalter" zurückziehen und sich auf die Sicherung des Service public konzentrieren. Dafür sei nur mehr ein kleiner Bruchteil des digitalen Spektrums nötig. Der Rest soll den privaten Anbietern zur Gestaltung überlassen werden. Dieser Freiraum berge mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung und Risiko, mahnte Regnotto. (sda)

