14.07.2009

USA

"Business Week" nächstes Krisenopfer?

Medienkrise trifft Aushängeschild.

Die US-Zeitschriftenkrise erreicht "Business Week". Nach einem Einbruch der Anzeigenerlöse von 30 Prozent im zweiten Quartal wolle sich die McGraw-Hill-Gruppe von dem renommierten Wirtschafsmagazin trennen. Gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg habe McGraw-Hill, zu der auch die Ratingagentur Standard & Poor's gehört, die kleine Investmentbank Evercore mit dem Verkauf beauftragt. Weder der Konzern noch die Bank wollte sich bis jetzt dazu äussern.

"Business Week" wurde 1929 gegründet und gehört zu den Flagschiffen unter den US-Wirtschaftsmagazinen. Die ganze Branche leidet wegen der Abwanderung der Kunden ins Internet unter einem rückläufigen Anzeigenaufkommen. Nach Daten der Verlegerverbandes ging der Printanzeigenmarkt im ersten Quartal um 22 Prozent zurück, während der Gesamtwerbekuchen in den USA um zwölf Prozent einbrach. Diese Entwicklung dürfte es gemäss "Handelsblatt" schwierig machen, einen Käufer für "Businessweek" zu finden.

Attraktiv könnte Businessweek allerdings für Käufer sein, die es mit einem neuen Geschäftsmodell probieren wollen. Die Zeitschrift hat wöchentlich 4,9 Millionen Leser in 140 Ländern weltweit. Die letzte Überarbeitung des Erscheinungskonzepts liegt allerdings schon etwas zurück. Nach der Abschaffung der Europa- und Asienausgabe gab es 2007 einen Relaunch mit globaler ausgerichtete Themen und einer neuen Schwerpunkt auf Anlageberatung für den Leser.


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