Provokative Aussagen sind in einer Präsentation von Googles Chefökonom Hal Varian zu lesen. Gehe es um die reine Nachricht, stünden die Chancen schlecht, dass Zeitungen im Internet dafür Geld verlangen können. Varian argumentiert über die Zukunft der Zeitungen mit dem so genannten Bertrand-Wettbewerb. Danach pendelt sich bei Gütern, die identisch oder stark ähnlich sind, der Preis bei den Kosten ein, die die Bereitstellung einer zusätzlichen Einheit des Gutes verursacht. Im Internet lägen diese Kosten bei null.
Wollten Zeitungen nun mehr verlangen für ihre Artikel, müssten sie sich von den anderen Anbietern unterscheiden - durch lokale Inhalte, auf Branchen zugeschnittene Angebote, Inhalte, die nicht leicht nachzuahmen sind. Fakt sei, so der Ökonom, dass Verlage in der Vergangenheit nur wenig Geld mit den tatsächlichen Nachrichten - der Titelseite - gemacht hätten. Zeitungen hätten immer auf Quersubventionierung gesetzt. Der Wirtschaftsteil, Auto-Themen, Heim&Garten, Reise, Immobilien und der Technikteil brachten die Einnahmen. Doch im Internet funktioniere dies nicht länger. Die Nutzer würden direkt Spezialangebote wie Yahoo Finance, Amazon und Orbitz aufsuchen.
Das kontextbezogene Targeting mit Werbung funktioniere, so Varian. Nutzer, die eine Autoseite besuchten, interessierten sich für Autos und die entsprechende Werbung. Doch was platziert man neben einem Artikel über ein Erdbeben, fragt Varian. Aber nicht nur der Preis sinke im Internet, auch die Kosten: 52% des Umsatzes müssten Zeitungen für Produktion und Vertrieb ihrer gedruckten Ausgabe aufwenden. Würden sie ausschließlich auf das Internet setzten, könnten sich diese Kosten halbieren, schätzt Varian. (Quelle: Kress)

