Publizistisch sei SF "sehr gut unterwegs", bilanzierte Chefredaktor Hansruedi Schoch zwei Monate nach seinem Amtsantritt. Die Programmpalette sei gut abgerundet. Grössere Umgestaltungen von Programmen drängten sich nicht auf. Nicht zur Diskussion steht für Schoch der Verzicht auf Umfragen im Vorfeld von Volksabstimmungen - "auch wenn wir bei der Anti-Minarett-Initiative weit daneben lagen". Aus der massiven Kritik habe die SRG-Chefredaktorenkonferenz jedoch ihre Lehren gezogen: Künftig würden die Umfrageergebnisse vorsichtiger publiziert und besser kommentiert.
Gut etabliert hat sich laut Programmleiterin Silvia Zwygart die Wissenschaftssendung "Einstein". Nach einem schwierigen Einstieg sei sie bei einem breiten Publikum gut etabliert und geniesse bei Wissenschaftern und Experten grosse Akzeptanz. Das neue Format sei bedeutend erfolgreicher als früher Menschen, Technik, Wissenschaft (MTW).
Verzicht auf grosse Sommerserie
Ein turbulentes Jahr hinter sich hat "Schweiz aktuell", wie Redaktionsleiter Daniel Pünter einräumte. Die Sommerserie "Leben im Réduit" habe Emotionen in einem Ausmass ausgelöst, wie er es nicht erwartet habe. Rund 1400 Artikel seien darüber in den Medien veröffentlicht worden. Im nächsten Jahr verzichtet SF auf eine grosse Sommerserie. Stattdesssen berichtet "Schweiz aktuell" in mehrteiligen Sendungen über 100 Jahre Schweizer Luftfahrt, die Gemeindefusion in Glarus. "Schweiz aktuell" wird auch beim Jahrhundertereignis Basistunnel-Durchstich dabei sein.
Unverändert belassen will SF die Tagesschau. Sie sei in guter Vefassung und geniesse eine hohe Glaubwürdigkeit, sagte Thomas Schäppi, der Anfang Jahr die Redaktionsleitung übernommen hatte. Im Vordergrund stehe in nächster Zeit eine noch stärkere Einbindung des Onlinedienstes in die Tagesschau-Redaktion. Es gelte, die Online-Angebote weiter auszubauen und aktueller zu gestalten. So sollen zukünftig etwa Interviews noch vor der Hauptausgabe der Tagesschau über das Internet abrufbar sein. (sda)

