07.01.2010

"Die Zeit"

Chefredaktor kritisiert Kommunikationsstrategie der Verlage

In der Pflege vieler Marken seien "unverzeihliche Fehler" gemacht worden.

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument steht mit seiner Kritik an der Kommunikationspolitik der Verlage keineswegs alleine da. Rückendeckung erhält er von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Wie Lebrument kritisiert auch er deutlich, wie einige Verlage im vergangenen Jahr ihre Sparmaßnahmen kommuniziert haben: "Wenn die Zahlen schlecht sind, muss gespart werden. Aber dann sollte man auch ehrlich sein und den Lesern nicht die krudesten Einsparungen als Qualitätssteigerung verkaufen. Das stimmt einfach nicht. Und die Leser sind alles andere als dumm." Dies sagt der Blattmacher im Interview mit Horizont.

Zudem gibt er den Verlagen eine Mitschuld an dem Bedeutungsverlust der Gattung Print zugunsten von Online in den vergangenen Jahren. Die Printbranche hat seiner Meinung nach in der Pflege ihrer Marken in der Vergangenheit "unverzeihliche Fehler" gemacht. "Permanent wurde die Botschaft verkündet, das Internet sei das modernere Medium", sagt di Lorenzo. Dabei sei häufig außer Acht gelassen worden, dass Web-Auftritte durch viel Geld aus dem Printgeschäft querfinanziert werden müssten. Di Lorenzo betont: "Ich glaube an Online, aber ich bin gegen eine Ideologisierung." (Quelle: Horizont)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen