06.03.2022

Infosperber

Christian Müller nach Kommentar entlassen

Der Russland-Experte habe es konsequent unterlassen, die Politik von Putin auch kritisch zu analysieren, hiess es von der Internetplattform. Dies stelle die Glaubwürdigkeit von Infosperber in Frage.
Infosperber: Christian Müller nach Kommentar entlassen
Muss Infosperber wegen eines Kommentars verlassen: Redaktor Christian Müller. (Bild: persoenlich.com/cbe)

Die Internetplattform Infosperber entlässt ihren langjährigen Russland-Mitarbeiter Christian Müller. Grund ist gemäss Mitteilung des Infosperber dessen Kommentar vom 26. Februar. Darin weise Müller dem Westen die alleinige Schuld an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu. Kritik an Präsident Wladimir Putin habe er unterlassen.

Er bezeichnete es lediglich als tragisch, dass sich Russland vom Westen habe provozieren lassen, teilte Infosperber am Samstag mit. Dieser Kommentar sei auf «berechtigte Kritik» der Leserschaft gestossen und stelle nach Angaben der Plattform-Redaktion die Glaubwürdigkeit von Infosperber in Frage.

Die Internetplattform hielt weiter fest, dass Müller regelmässig über Russland und geopolitische Fragen schrieb. Ergänzend zur Perspektive der Nato, welche die Leserschaft aus den grossen Medien kenne, habe er über die russische Sicht informiert, welche in anderen Medien oft zu kurz komme. Eine Analyse der Politik Putins habe er aber konsequent unterlassen, was schon länger zu Kritik geführt habe.

Die Plattform Infosperber sieht sich als ergänzendes Medium für eine durch andere Medien bereits informierte Leserschaft. Sie will neben ergänzenden Informationen auch Abhängigkeiten aufdecken und übt Medienkritik. (sda/cbe)


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KOMMENTARE

Gabriele Voigt
18.03.2022 01:08 Uhr
Meine Hochachtung gilt Christian Müller, einem mutigen Journalisten, einer der wenigen, der sich getraut hat die Wahrheit zu berichten. Die Wahrheit über den Krieg in der Ukraine und den korrupten Drahtziehern in diesem Land, die verantwortungslos die eigenen Bevölkerung opfern, um ihr Ziel zu erreichen, den Beitritt zur NATO! Sie fordern immer mehr Waffen und bekommen sie aus allen Richtungen. So wird es keinen Frieden geben! Der Krieg hätte verhindert werden können, mit mehr Hirn und weniger Sanktionen! Die wahre Geschichte wie sich das Verhältnis des Westens zu Russland in den letzten 30 Jahren entwickelt hat, will heute keiner mehr wissen. Das Feindbild Russland wird, Dank der USA, erfolgreich weitervererbt! Mit Blut in Stein gemeißelt ist, dass die USA seit 1945, Kriegsende, 44 Angriffskriege weltweit geführt hat! Viele Millionen Menschen sind dabei ums Leben gekommen! Die USA sind somit der gefährlichste Aggressor der Welt! (nachzulesen: www.infosperber.ch) Wo bleiben denn hier die Aufschreie der Menschheit und die Sanktionen gegen die USA??? Ich bin 68 Jahre alt, habe so eine gefährliche Situation, wie wir sie momentan in Europa haben noch nie erlebt. Der Frieden steht auf der Kippe und daran ist nicht Russland schuld! Ich glaubte auf dieser Plattform auf einen ernsthaften, objektiven Journalismus zu treffen. Irrtum! Ich bin enttäuscht. Infosperber ist schwach, unglaubwürdig und nicht besser als die verlogene, unfähige Regierung und die zensierten Medien in Deutschland! Christian Müller hat mit seiner Art der Berichterstattung in guter Absicht gehandelt, um eventuell den Horizont einiger Leser und Kommentatoren zu erweitern.
Beat Fux
11.03.2022 18:13 Uhr
Vielleicht darf Müller jetzt für die Weltwoche, Nebelspalter oder Inside Paradeplatz schreiben?
Rudolf Penzinger
11.03.2022 09:50 Uhr
Sebastian Renold hat recht! Auch ich habe ein wenig "gegoogelt" und nach Christian Müllers "Ukraine-Ergüssen" (zum Teil auf den obskuresten Internet-Plattformen) gesucht. Dabei ist mir aufgefallen, wie synchron seine Behauptungen und Auslassungen mit den russischen Kriegsvorbereitungen und schliesslich dem Einmarsch verlaufen. Fast möchte man meinen, er stünde in irgendwers Solde und wäre gesteuert worden... (es gilt die Unschuldsvermutung).
Sebastian Renold
09.03.2022 07:37 Uhr
Ich habe mir die Mühe gemacht, Christian Müllers Artikel unmittelbar vor und zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine zu lesen: haarsträubend und skandalös. Siehe auf den so genannten "nachdenkseiten" im Internet => https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=christian-mueller
Rudolf Penzinger
08.03.2022 06:26 Uhr
Zur Toleranz des @Peter Messerli: Der austro-britische Philosoph Sir Karl Popper schrieb schon 1945 über das "Toleranzparadoxon": ""Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. Damit möchte ich nicht sagen, dass wir z. B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken, denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen (...). Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden."
Heinz Renner
07.03.2022 19:50 Uhr
Ersteres ist signifikant unverständlicher.
Rudolf Penzinger
07.03.2022 17:50 Uhr
"Russia Today" wird ihn mit Freuden einstellen.
August Haller
07.03.2022 16:46 Uhr
RT-Today und Sputnik durch EU verboten, Christain Müller durch Infosperber abgesägt. Wenn zwei dasselbe tun ist es noch lange nicht dasselbe?
Fritz Schmidt
07.03.2022 15:31 Uhr
Pressefreiheit, wie sie halt die doppelte Moral versteht.
Oliver Brunner
07.03.2022 14:41 Uhr
Höchste Zeit, dass Herr Müller entlassen wurde. Seriöser Journalismus war das nicht. Faktenfreies Fabulieren, seine Israel-Analysen waren ein Graus. Er kann ja für sein Anhänger einen Roman schreiben.
Sebastian Renold
07.03.2022 11:47 Uhr
In Baden erinnert man sich an Müllers Kehrtwendung, mit der der junge Nachwuchs-Journalist seinerzeit seinem Mentor Geissberger in den Rücken fiel und so die Karriereleiter aufwärts kletterte. Ist jetzt die "Putin-Leiter" angesagt?
Artur Vogel
07.03.2022 10:06 Uhr
Bevor er zum Russland-"Experten" wurde, war Christian Müller Nahost-"Experte" und hat dort publizistisch in ähnlicher Weise gewütet: Israel ist an allem schuld, die Araber sind eine einzige Herde von Unschuldslämmern. Solchen Fake-Journalismus brauchen wir wirklich nicht.
Peter Messerli
06.03.2022 12:10 Uhr
Bedauerlich diese Entlassung durch eine Informationsquelle, die sich tolerant zeigen wollte: Freie Meinungsäusserungen sind scheinbar auch bei Infosperber nicht gefragt: Der Druck der Strasse lässt grüssen.
Urs Bütikofer
05.03.2022 23:13 Uhr
Mich erstaunts, dass in dieser aufgeheizten Stimmung, sogenannt fortschrittliche Informationsplattformen wie der Infosperber, die Nerven verlieren und abweichende Meinungen im Kollektiv mit Entlassung sanktionieren. Wie wenn ich als Leser eine vertiefte Analyse über den heutigen Ukraine Konflikt eh nicht verstehen würde- oder könnte, wie sie Christian Müller mit dem Artikel geliefert hat. Habe ich aber. Und auch wenn das zur Zeit nicht mainstreamfähig ist, so nickt die Darstellung von Christian Müller eben nicht einfach die anti-russischen Reflexe ab, die uns seit Geburt kontinuierlich eingeträufelt werden und momentan Hochkonjunktur haben. Die Russen seien nämlich das Übelste überhaupt, ohne wenn und aber. Oder? Die herrschende Meinung im westlichen Teil von Europa, lässt anscheinend momentan nur den einen Blickwinkel zu. Analytisches Denken? Momentan ist anderes gefragt. Da ichs im Infosperber nicht bekommen kann, muss ich logischerweise auch weiter gucken. Urs Bütikofer
Erich Heini
05.03.2022 16:43 Uhr
Müllers hervorstechendste 'Markenzeichen': Putin-Freund und NZZ-Hasser.
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