19.06.2019

SRF

«Club» mit Knie-Familie erntet Kritik

Nach der Kritik von «20 Minuten»-Chefredaktor Marco Boselli an Barbara Lüthi kam es zum Twitter-Zoff. Boselli, der bald CEO der Tamedia-Firma Bezahlmedien wird, bezeichnet die Sendung als «Native Advertising à la SRF».
von Loris Gregorio

Noch bevor die Sendung am Dienstagabend vorbei war, hat Marco Boselli einen Tweet abgesetzt, indem er den SRF-«Club» zur Knie-Dynastie kritisierte. «Ist das jetzt Native Advertising à la SRF?», fragte der Noch-«20 Minuten»-Chefredaktor. Er wechselt nach seiner Verpflichtung bei «20 Minuten» zur Tamedia-Firma der Bezahlmedien mit 1860 Mitarbeitenden.

Boselli bezeichnete die Moderatorin Barbara Lüthi als «unkritisch und grinsend wie ein Honigkuchen-Manegen-Pferd». Kurz darauf kam ihre Antwort: «Warum melden Sie sich eigentlich nur mit Kritik? Wie fanden Sie denn den Club zu den IS-Rückkehrern mit ihrer Mitarbeiterin Ann Guenter?» (Guenter ist Reporterin bei «20 Minuten»; Anm. d. Red.) Daraufin gab Boselli zu, er habe diese Sendung gut gefunden, fände aber nicht in Ordnung, wenn eine Moderatorin ihre Meinung durchschimmern lässt, da der Sender gebührenfinanziert sei. Die Knie-Sendung bezeichnet er in seinem Tweet als komplett belanglos, worauf Lüthi die Diskussion weiterführte.

Auch persoenlich.com-TV-Kritiker René Hildbrand findet die Sendung unkritisch und schreibt: «Fünf Knies aus drei Generationen waren zu Gast im ‹Club›, umschmeichelt von Moderatorin Barbara Lüthi. Und der Kabarettist Giacobbo würde sich in der Sendung äussern, «als wäre er der PR-Hauptverantwortliche des Unternehmens». Bezeichnend sei, dass das Knie-Musical von Rolf Knie im «Club» mit keinem Satz erwähnt wurde.

SRF hat die «Club»-Sendung zum 100-Jahre-Jubiläum des Circus Knie am Dienstag ausgestrahlt. Von der Familie Knie waren mit Fredy junior, Géraldine, Ivan Frédéric, Franco senior und Franco junior drei Generation zu Gast. Ebenfalls im Studio sassen der Kultur- und Medienwisschenschaftler Johannes Binotto und der Gastkomiker der aktuellen Zirkustour Viktor Giacobbo.



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Kommentare

  • Pascal Boser, 19.06.2019 15:26 Uhr
    "Warum melden Sie sich eigentlich nur mit Kritik?" twitterte Barbara Lüthi an Herrn Boselli. Nun, selber auch kein Anhänger der Tamedia-Medien (insbesondere dem Schundblatt 20-Minuten), muss man doch konstatieren: Herr Boselli hat recht. Kritik ist beim gestrigen "Club" von SRF einmal mehr berechtigt. Der "Club" von gestern war ein einziger Werbespot für das private Millionenunternehmen "Zirkus Knie". Das war null Journalismus, sondern eine einzige Publi-Reportage im gebührenbezahlten TV. Denkt SRF, dass das die gebührenzahlenden Zuschauer nicht durchschauen? Ist das die Aufgabe von SRF? Wenigstens eine Genugtuung für Barbara Lüthi, trotz aller Kritik: Sie wird inskünftig auf Lebenszeit eine Freikarte für die Premieren des Zirkus Knie erhalten, und dort mit Bundesräten, Wirtschaftsbossen, amtierenden und ehemaligen TV-Stars, Medienchefs und weiteren Promis ein Gratis-Cüpli erhalten. Ich habe meine Knie-Besuch nun gestrichen. Ich besuche dieses Jahr stattdessen den charmanten Zirkus Stey, übrigens die älteste Zirkusdynastie der Schweiz!
  • Victor Brunner, 19.06.2019 19:07 Uhr
    Die Sendung war peinlich, ein richtiger Wellness-Club, Regie Familie Knie. Aber nachdem kürzlich ein Knie bei TalkTäglich 25 Werbeminuten bekam musste natürlich SRF nachziehen. Kein kritisches Wort, kein Wort zu der Käfigpferdehaltung, kein Wort zun immer gleichen Pferdenummern. Die hellen Falben traben links herum, die schwarzen Araber rechtsherum. Die Tiere würden das auch ohne Geisel klöpfen tun, die sind schon so abgestumpft! Wurde in der Sendung über die billigen Marokkaner diskutiert, wäre interessant gewesen. Sehe schon die nächste Sendung über den Knie. Knie on the road, eine Woche gähnende Langeweile, Rössli striegeln. Im Studio: Barbara Lüthy, auf den Aussenstationen, Dani Fohrler, Sven Epiney, mit Heirat im Ziruszelt und als fliegender und willfähriger Reporter Victor Giacobbo, der definitiv in der C Prominenz angekommen ist!
  • Smith Michèle, 20.06.2019 09:16 Uhr
    Eigentlich fand ich die Clubsendungen bisher immer mehr oder weniger gehaltvoll mit guter Moderation; was da aber zum 100-Jährigen Family-Knie-Talk den Zuschauern geboten wurde, war schlichtweg nur Oberpeinlich und unterirdisch! Ein "Lobgesülze" während 90 Min...ich fragte mich mehrmals, ob das SRF oder Herr Giacobbo Aktien bei der Familie Knie haben?...die Gesprächsrunde war eigentlich ein fröhlich-sentimentaler "Familienhöck" wo man so frisch und frei von der Leber alles unwichtige und intime ausplaudern darf mit verlegenen Lachern zwischendurch! Schlimm für uns Gebührenzahler....und dass eine 46-jährige Frau Knie mit jedem verlorenen Kilo einen Bonus ihres Vaters bekam und sich die ganze Familie Sorgen gemacht hat wegen ihrem Gewicht - und wieviele Kilos sie insgesamt verloren hat interessiert die Zuschauer nicht wirklich! Ein Reissack in China ist umgefallen...whats next?

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